Solothurner Wetter
Ein Wonnemonat, der zuletzt zum «Sonnemonat» geriet

Der Mai 2017 wird auch in der Region Solothurn schon eher als Sommermonat in der Erinnerung haften bleiben.

Wolfgang Wagmann
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Sommerwetter am SlowUp Solothurn-Buechibärg.

Sommerwetter am SlowUp Solothurn-Buechibärg.

Hanspeter Bärtschi

Tatsächlich war er dank seines hitzigen Endspurts mit einem Monatsmittel von 15,3 Grad gleich 2 Grad wärmer als im Langzeitdurchschnitt. Aber rekordverdächtig ist das keineswegs, wurde doch dieser Wert schon mehrmals seit der Jahrtausendwende überboten, ja schon mehr als 16 Grad lagen drin.

In Sachen Niederschlag zerriss auch der fünfte Monat des Jahres keine Stricke. Während im Wallierhof Riedholz mit 101,5 Liter Regen pro Quadratmeter zumindest annähernd das Monatsmittel in Sichtweite geriet, musste sich Solothurn mit nur gerade 71 Litern begnügen – was viele Besitzer eines «urban garden» bereits zu Giesskanne, Schlauch und dem Rasensprenger greifen liess. Zur Erinnerung: Der April war noch trockener gewesen.

Badi-Start nach Mass

Petrus ist ein schlechter Genosse, müssen sich die 1.-Mai-Demonstranten gesagt haben. Denn der Tag der Arbeit brachte niemand ins Schwitzen. Das Thermometer kletterte nie in den zweistelligen Bereich, und trübe Regenwolken schoben sich ganztags über Solothurn. Überhaupt liess die erste Maiwoche in Sachen Frühling Einiges zu wünschen übrig, von 20 Grad blieb man die ganze Zeit über weit entfernt, die Sonne machte sich rar. Und das erste Wochenende des als Wonnemonat gepriesenen Mais brachte eine gewaltige Dusche für alle Grill-Ungeduldigen und auch die Biker an ihren Days in Solothurn: So wurden allein im Wallerhof am Sonntag, 7. Mai «intensivster Regen» mit einem Gesamttotal von 55 Litern pro Quadratmeter festgestellt. Und in Solothurn waren ebenfalls 42 Liter Niederschlag über das Wochenende zusammengekommen.

Nur zögerlich zeigte sich der Mai nun von seiner frühlingshaften Seite, zumal vorerst die Bise, später sporadische Regengüsse das Outdoor-Feeling recht massiv beeinträchtigten. Erst um die Monatsmitte setzte sich wärmeres und sonniges Wetter durch. Nochmals eher Richtung Spätwinter tendierte der nasse und kühle Freitag, 19. Mai, doch tags darauf, mit dem Badi-Start, änderte sich alles: Von nun sollte es bis zum Monatsende immer sonniger und wärmer werden - mit fast keinem Tropfen Regen mehr. Fantastisch vor allem das letzte Maiwochenende mit über 30 Grad, was dem SlowUp eine Rekordteilnahme bescherte. Aufs Monatsende hin verflachte der Druck, es wurde schwül und die labile Schichtung der Luftmasse führte zunehmend zu Gewittern.

Sommer tritt auf die Bremse

Die erste Gewitternacht haben wir mit dem Juni-Beginn bereits hinter uns, und noch bis Pfingstsonntag dürfte dieser eher hochsommerliche Wettercharakter erhalten bleiben. Am Pfingstsonntag macht sich kühlere und feuchtere Luft breit. Eine längere Regenperiode ist zwar nicht in Sicht und mehr als 20 Grad sind schon bald wieder ein Thema. Aber knallig-heisser Sommer ist auf die Dauer nicht drin – im Gegenteil: Während die Eisheiligen Mitte Mai im T-Shirt verbracht werden konnten, zeichnet sich ab, dass sich der Juni-Klassiker, die Schafskälte, Mitte Monat deutlich bemerkbar machen dürfte.

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