Solothurn
Ein «Weltrekordversuch», der nur scheitern kann

Flash Mob: 1000 Personen bestellen im Solothurner McDonald's je 11 Hamburger und stellen damit einen neuen Weltrekord auf: Eine Schnapsidee.

Silvana Grellmann
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Gewappnet: Silvio Hofmann.

Gewappnet: Silvio Hofmann.

Andreas Kaufmann

Soner Supra und Livio Achermann, beide 17-jährig, rufen via Facebook zu einem Flash Mob auf: Am kommenden Samstag sollen sich erhoffte 1000 Menschen am Hauptbahnhof treffen und dann in der dortigen McDonald's-Filiale je elf - insgesamt also 11‘000 - Hamburger kaufen.

Nicht nur will man die Reaktionen der mit der Masse konfrontierten McDonald's-Mitarbeiter testen, zusätzlich ist auch ein neuer Weltrekord anvisiert. Achermann und Supra wollen den geltenden Rekord, der 2008 mit 10‘355 Burgern in Berlin aufgestellt worden ist, schlagen.

Allerdings: Nicht nur die breitere Öffentlichkeit, sondern auch die McDonald's-Verantwortlichen sind via Facebook schon vorzeitig auf die Pläne aufmerksam geworden. Entsprechend konnte McDonald's-Lizenznehmer Silvio Hofmann bereits erste Vorkehrungen treffen und für Samstag zusätzliches Personal aufbieten. Durch das Bekanntwerden der Pläne wird der Anlass also nicht mehr die grosse Überraschung sein, wie sich die Veranstalter zu Beginn erhofft hatten.

Doch nicht nur der Überraschungseffekt ging in die Hose: «11‘000 Burger, so viele können wir aufgrund unserer hiesigen Kapazitäten an einem Abend gar nicht erst produzieren», sagt Hofmann. Und somit ist auch der Weltrekordversuch zum Vornherein zum Scheitern verurteilt. Das Ganze sieht Hofmann aber eher sportlich - und als Geschäftsmann kann er sich über zusätzlichen Umsatz nur freuen.

Organisatoren halten an Plan fest

Fraglich ist, wie viele der momentan rund 700 auf Facebook bestätigten Teilnehmer dann tatsächlich auch erscheinen werden. Die Veranstalter rechnen mit ungefähr der Hälfte der auf Facebook Gemeldeten. Trotzdem werde man den Anlass durchführen, sagt Achermann: «700 Zusagen sind auf alle Fälle genug um die Aktion stattfinden zu lassen». Und er ergänzt: «Wenn es dieses Jahr mit dem Weltrekord nicht klappt, dann vielleicht nächstes Jahr.»

Und was sagt die Stadtpolizei? Bei einer ersten Anfrage wusste man noch nichts von der geplanten Aktion. Nach zwischenzeitlich angestellten Recherchen erklärte Kommandant Peter Fedeli, dass keine speziellen Massnahmen vorgesehen seien, man aber mit dem des McDonald's-Lizenznehmer in Verbindung stehe.

Inszenierter Menschenauflauf

Als Flash Mob wird ein scheinbar zufälliger Menschenauflauf bezeichnet, bei dem sich möglichst viele Personen auf öffentlichen Plätzen treffen. Mobilisiert wird via Internetplattformen, E-Mails oder SMS, um dann unwissenden Passanten als sinnlos erscheinenden Tätigkeiten nachzugehen.

Für Aufsehen sorgten Flash Mobs etwa, als die Teilnehmer bewegungslos stillstanden, zu tanzen begannen oder eine Kissenschlacht veranstalteten.