«Wenn ich das Geschäft nicht vor viereinhalb Jahren übernommen hätte, wäre schon damals Schluss gewesen», weiss Esther Schlup, die vor zehn Jahren am Friedhofplatz als Angestellte angefangen hatte und dann die «Gloria Wäscherei» übernommen hatte. Vor acht Jahrzehnten war es die Wäscherei Papritz, später dann die «Gloria Express Wäscherei», deren Logo immer noch über dem kleinen, stets liebevoll geschmückten Schaufenster prangt. «Der vormalige Hausbesitzer wollte es so haben», verrät Schlup, auch wenn die «Gloria» – einst mit einem Grossbetrieb an der Bürenstrasse präsent – längst Geschichte ist.

Nun, auch der Hausbesitzer ist vor zwei Jahren verstorben, und der neue Eigentümer im Begriff, die oberen Stockwerke zu sanieren. «Ich hätte noch bis im Herbst weitergemacht», verrät Esther Schlup. Doch mit der Umbauerei wäre ihr das zu kompliziert geworden. «Aber ich höre nicht wegen der Online-Konkurrenz auf», lacht sie. «Die gibt es in unserem Geschäft nicht.» Nein, sie habe schlicht und einfach das Pensionsalter erreicht.

Am Stalden gehts weiter

800 bis 1000 Hemden im Monat haben Esther Schlup und ihre erst zwei, dann noch eine Angestellte jeweils wieder «auf Vorderfrau» gebracht. Anzüge und andere Kleidungsstücke gab sie zur Reinigung an die Wäscherei Bürgi in Hindelbank weiter. «Ich kann es nicht glauben», hätten viele Stammkunden gesagt, die vor allem jeweils am Samstag nach dem Märet gerne vorbeikamen, um ihre frische Wäsche abzuholen.

Einen kleinen Trost aber hat Esther Schlup für ihre Stammkundschaft parat: In letzter Minute übernimmt nun die Wärchstatt Wyssestei der Stiftung Solodaris das bisherige Angebot und bietet ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Wäscherei Bürgi den Wäsche-Service der «Gloria»-Textilpflege weiterhin an.

Und zwar in ihrem Geschäft «Heimart» am Stalden. Damit sollen die Kunden «die Wäsche bequem liefern und abholen können», teilt Solodaris mit. Und verspricht: «Wir waschen mit modernsten Techniken und langjähriger Erfahrung!»

Doch am Friedhofplatz wird die langjährige Textilpflege-Tradition diesen Samstag-Mittag definitiv zu Ende sein. Was mit dem kleinen Geschäftslokal, der «Nummer eins am Friedhofplatz», künftig passiert, weiss auch Esther Schlup nicht.