1300 Kilometer

Ein Waadtländer läuft gegen den Krebs durch die Schweiz – mit Halt in Solothurn

Ultramarathonläufer Eusebio Bochons aus dem Waadtland läuft als Zeichen seiner Solidarität mit Krebskranken in 15 Tagen durch die Schweiz. An seinem dritten Tag kam er in Solothurn durch.

Den Laufvirus hat sich Eusebio Bochons aus St.Cergue/VD schon vor 15 Jahren eingefangen. Auch die Diagnose Lymphdrüsenkrebs im Jahr 2002 stoppte ihn darin nicht. Der heute 50-Jährige hatte wahnsinniges Glück; er befindet sich momentan in Remission, d.h. die Krebszellen sind derzeit nicht mehr nachweisbar. 

Das Laufen habe ihm geholfen, so der dreifache Familienvater. Und es helfe ihm auch heute – gegen die Angst vor einem Rückfall. Beim Laufen denkt er auch an Krebsbetroffene, die nicht so viel Glück hatten wie er. 

«Ich kann laufen, ich kann helfen!», lautet sein Motto. So nahm er am Montag seinen 1300 Kilometer-Lauf durch die Schweiz in Angriff. Ein Lauf, der Krebsbetroffenen helfen soll. Die Tour startete am Montag am Waadtländischen Sitz der Krebsliga in Lausanne und endet zwischen dem 12. und 13. Juni in Genolier.

Pro Tag will Bochons um die 80 Kilometer hinter sich legen, dies bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von zirka 8,5 Kilometer pro Stunde. Jeweils in der Mitte des Tages gibt es eine Essenspause. Weil er am Mittwoch aber schon um 10 Uhr in Solothurn beim Bieltor einläuft, wo er von Mitarbeiterinnen der Krebsliga Solothurn und seinem Fahrer Mario Boffa erwartet wird, gibt es nur eine kurze Pause.

Ultramarathonläufer Eusebio Bochons legt auf seiner Schweiz-Tour in Solothurn einen Stopp ein.

Ultramarathonläufer Eusebio Bochons legt auf seiner Schweiz-Tour in Solothurn einen Stopp ein.

«Solothurn ist eine sehr schöne Stadt», sagt Bochons bei einem Glas Coca Cola auf dem Märetplatz. Er habe ein bisschen Muskelkater, aber ansonsten sei er fit.

Man merkt: Der Mann mag es zu laufen. Und wenn beim Laufen noch ein schöner Batzen für die Krebshilfe zusammenkommt freut er sich umso mehr. Erwartungen habe er aber nicht, betont er.

Begleitet wird Bochons durch Mario Boffa im Wagen. «Ich bin abends fast genauso müde wie Eusebio», erzählt dieser lachend. Die beiden kennen sich erst seit letztem Samstag. Der vorgesehene Fahrer hatte einen Unfall und so kam ganz kurzfristig Botta zum Zug.

Fahrer Mario Boffa: «Am Samstagabend wusste ich noch nicht, was mich erwartet».

Fahrer Mario Boffa: «Am Samstagabend wusste ich noch nicht, was mich erwartet».

Schon einige grosse Läufe hinter sich

Eusebio Bochons hat sich in den letzten Jahren zahlreichen sportlichen Herausforderungen gestellt. 2013 hat er den Weltrekord im Laufen auf dem Laufband gebrochen. Im Frühjahr 2013 nahm er an einem Wettkampf in Griechenland zwischen Delphi und Olympia teil (255 Kilometer Laufen in 41 Stunden) und hat es mit Platz 3 aufs Podium geschafft.

2015 ist er auf derselben Strecke mit 37 Stunden Bestzeit gelaufen. Ein anderer Lauf, den er für sich verbuchen kann, ist der Sparthatlon, Dieser Lauf verbindet Athen und Sparta. (ldu/mgt)

2016 lief der Solothurner Jeremias Schaffner in weniger als 100 Stunden die 300 Kilometer von Basel nach Locarno, um Spenden zu sammeln

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