Sie sei von der Sonne geblendet worden, gab die Autolenkerin zu Protokoll, nachdem sie um 13.30 Uhr die Schülerin angefahren hatte. Passiert war der Unfall auf der Fahrt Richtung Stadt am zweiten Fussgängerstreifen, der das Passieren der St. Niklausstrasse in Richtung obere Sternengasse ermöglicht. Beide Fussgängerstreifen sind zusätzlich mit einer Mittelinsel gesichert. «Einen Armbruch und eine Gehirnerschütterung» zählte gestern Walter Lüdi, Chef Sicherheit und Verkehr bei der Stadtpolizei, an Verletzungen auf, die sich die Zehnjährige beim Aufprall des Autos zugezogen hatte. «Wir hatten seit Jahren dort keinen Unfall mehr», erklärt Lüdi weiter, «und zudem machen wir mit einer Signalisation speziell auf die Radfahrerinnen und Radfahrer aufmerksam, die vom Fegetzschulhaus her die Kreuzung überqueren.» Was für Kenner der dortigen Verhältnisse an sich der Hauptgefahrenpunkt ist, denn oft fahren nicht vortrittsberechtige Schülerinnen und Schüler dort ohne anzuhalten auf die St. Niklausstrasse hinaus.

Kommt jetzt Tempo 30?

Dass die Sonne «eklig» schien, bestätigt zwar Anwohner Stephan Flückiger, der rasch am Unfallort war. Dennoch hat er eine klare Meinung: «Ich fordere eine sofortige Machbarkeits-Abklärung bezüglich der Sicherung der Kreuzung mit möglichst einfachen, günstigen, primär aber wirkungsvollen Mitteln - wie beispielsweise am Herrenweg.» Dort gilt Tempo 30, und Flückiger legt nach: «Der Fokus ist auf die Schulwegsicherung zu legen. Primär soll der Verkehr hier auf die Kinder Acht geben müssen - nicht umgekehrt!»

Mit einer entsprechenden Petition ans Stadtpräsidium wollen die Anwohner der Forderung Nachdruck verleihen. Auch Walter Lüdi bestätigt den Eingang mehrerer schriftlicher Reaktionen auf den Unfall. Man werde Massnahmen prüfen, bezüglich Tempo 30 würde dann aber auch eine flächendeckende Zonierung inklusive Hubelmattquartier zur Diskussion stehen. Tempo 30 gilt bereits über eine längere Strecke des Herrenwegs und für die gesamte Sternengasse beidseits der Baselstrasse.