Solothurn
Ein Trio mit kreativer Ausdruckskraft

Im Rahmen unterschiedlicher Abstraktionsstufen und Kombinationen stellt die Galerie ArteSol malerischen Mischformen von Susanna Frey und den Bildern des George Nadra die Bronzeskulpturen von Claude Giorgi gegenüber.

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Sie stellen derzeit in der Galerie Artesol ihre Werke aus (v. l.): George Nadra, Susanna Frey und Claude Giorgi.

Sie stellen derzeit in der Galerie Artesol ihre Werke aus (v. l.): George Nadra, Susanna Frey und Claude Giorgi.

Hans R. Fröhlich

In ihrer zweiten Ausstellung bei ArteSol zeigt Susanna Frey aus Basel weitere Objektbilder in Plexiglaskasten zum Thema Fundstücke. Diese entdeckt die Künstlerin auf ihren weltweiten Reisen und integriert die «objets trouvés» in die Bildkomposition. So beispielsweise verschiedene chinesische Ziegel und das bildfüllende Blatt des Teakbaumes. Dadurch gelangen die Objekte in eine neue Umgebung und erzeugen nun auf dem Bildgrund befestigt eine von der Künstlerin geschaffene neue Atmosphäre. Dazu sagt sie: «In meiner Arbeit interessiert mich die farbliche Komposition, um eine Verbindung zwischen den Materialien zu entdecken, um eine neue Einheit herzustellen.»

Einen wesentlichen Akzent in ihren Arbeiten setzt der Einbezug des Lichtes. Mit dem Schattenwurf der skulpturhaften Objekte erscheinen diese abgehoben, womit die Wirkung der dritten Dimension erhöht wird. Die verwendete Mischtechnik beinhaltet die Gestaltung des Bildgrundes mit subtiler Malerei, Textilfarbe auf Baumwolle. Darauf aufgezogen zur Aufnahme des Fundstücks ein hauchdünnes Blatt in kleinerem Format minim dunkler gestaltet. Ein Miniatur-Seidenfadengeflecht, meist im Goldton als letztes Element, verleiht dem Ganzen eine Einheit und zeigt die aussergewöhnliche Ausdruckskraft der Künstlerin.

Geöffnete Fenster

George Nadra lebt und arbeitet in Frankreich, zur Zeit in Coublanc Saône et Loire und hat 1989 an der Ecole National des Beaux Arts in Paris studiert. Seine Arbeiten gleichen geöffneten Fenstern mit dem gleichzeitigen Blick auf das Geschehen aussen und innen. Ein Hauptthema ist die Gegensätzlichkeit per se. Seine Bilder sind weniger abstrakt als vielmehr ungegenständlich.

Denn was sie zeigen wollen lässt sich nicht in Formen fassen. Nadras Werke, Mischtechnik auf Leinwand sind Beispiele für Mass und Nuance in geometrischer Ordnung dargestellt. Er erkundet Zerbrechlichkeit und Verschleissbarkeit seiner Materialien bis zum Hervortreten der blanken Leinwand.

Strandgut des Meeres

Einen augenfälligen Kontrast zu jenen schwierig entzifferbaren Arbeiten bilden die grotesken massiven Bronzeskulpturen von Claude Giorgi aus Nizza in seiner zweiten Ausstellung bei ArteSol. Sein autodidaktisches Werk ist durchwegs inspiriert von angeschwemmtem Strandgut des Meeres. Vorwiegend handelt es sich um Holz- und andere Pflanzenteile, auch einer Art von «objets trouvés», die dann zu den skurrilen Arbeiten von Claude Giorgi werden. Als «Leitfossil» erweist sich der Fisch, dessen dreieckige Kopfform in vielen Arbeiten wieder auftaucht. Quergehörnt mutiert er zum Huftier, stehend im Boot zum Gondoliere. Nach aufwendiger Vorbehandlung werden die Skulpturen schliesslich in Bronze gegossen. Die endgültige Wirkung erzielt Claude Giorgi mit seiner geschmackvollen Bemalung.

Geöffnet: Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 14.30 bis 17 Uhr, Samstag 11 bis 16 Uhr. Samstag-Apéro: Heute, 12. März, 11 Uhr. Finissage: Samstag 26. März. von 11 bis 16 Uhr.