Perlen – oft fernab vom Mainstream, versteckt in einer Seitengasse, im Aussenquartier oder dort, wo sich der Stadtbummler nur aus einem ganz bestimmten Grund aufhält. Bei der Blumenbinderin, im Kinderparadies, in der Modeboutique, im Spielhimmel, im Gewürzladen oder beim Goldschmied, um nur einige zu nennen. Aber auch in der Bar an der Aare, im gediegenen Speiserestaurant, beim Griechen, Palästinenser oder Inder, in der Brauerei, im Museum, im Theater, in der Galerie, im Eventbau.

91 besondere Orte

Ein Jahr hat der Herausgeber Stefan Buck damit verbracht, 91 dieser besonderen Orte aufzusuchen und mit den Gewerbetreibenden ins Gespräch zu kommen. Mit Erfolg wie sich herausstellt. «Ich kannte Solothurn nur von den Film- und Literaturtagen her, aber jetzt weiss ich, dass Solothurn noch viel schöner ist, als ich gedacht habe», berichtete der Berner über seine Eindrücke an der Buchvernissage im Haus der Kunst St. Josef. Bereits bei seinem ersten Gespräch habe ihm eine Geschäftsinhaberin gesagt: «Aha, sie wollen unserer Stadt eine Liebeserklärung machen.» Das sei es dann schliesslich auch geworden. «Ich fühlte mich hier zu Hause und stiess überall auf offene Ohren.» Das sei letztlich auch das, was eine Stadt «einfach SO» ausmache, die Menschen, die miteinander oder übereinander reden und lachen.

Primäres Ziel sei es gewesen, regionalen und innovativen Unternehmen eine Plattform zu bieten. Für sie und die Solothurner ist das dreisprachige (Deutsch, Französisch, Englisch) und nach Quartieren geordnete Buch schliesslich auch geschrieben worden. Er und seine Partnerin Anne Racine hätten innerhalb eines achtköpfigen Teams keineswegs beabsichtigt, einen Touristenguide herauszugeben, meinte Buck. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand mit meinem Buch in der Hand durch die Stadt läuft.»

Poetische und recherchierte Texte

Tatsächlich muss man sich hinsetzen, und Seite um Seite umblättern, um sich am prächtigen Bildmaterial und den teils poetischen, teils frisch-frechen und gut recherchierten Texten zu erfreuen oder in hineingeschobenen «little stories» doch noch etwas über den Märet, die Verenaschlucht, die St.-Ursen-Kathedrale, den Hausberg, die Solothurner Zahl 11, die Tore und Türme, und die grossen Ereignisse im Jahresablauf wie die Fasnacht, die Film- und Literaturtage oder das Märetfest zu erfahren.

Man möge meinen, Solothurn sei mit seiner barocken Altstadt und der sich entwickelnden Vorstadt eine überschaubare, kleine Stadt, aber sie zeige sich auch dank der italienischen Grandezza mit der Vielfalt der Grossen, schreibt Buck im Vorwort und stellt unter dem Titel «Ambassadorenstadt» fest: «Verweilt man im Sommer in einem der Cafés an der Aare, fühlt man sich wie in den Ferien.»

«Einfach Solothurn – Perlen der Stadt» ist nach Thun, Bern und Basel das vierte Buch dieser Art, das sich kleineren und grösseren Schweizerstädten einmal von einer anderen Seite nähert. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich.