Solothurn

Ein Todesfall und ein Rennfahrer im Koma – zwei schwere Unfälle überschatten die Bike Days

Bike Days fordern erstes Todesopfer

Bike Days fordern erstes Todesopfer

Nachdem sich am Freitag ein junger Velofahrer schwer verletzte, kam es gestern zu einem tödlichen Unfall. Der 38-jährige Mountainbiker kam dabei ums Leben.

Wenn aus purer Lebensfreude plötzlich tödlicher Ernst wird – ein Mountainbike-Rennfahrer starb während der Solothurner Bike Days im Wald oberhalb St. Niklaus.

Eigentlich war ja das grosse Feiern angesagt: Die zehnte Auflage der Solothurner Bike Days war gespickt mit fantastischen Attraktionen, das Frühlingswetter verwöhnte die Besucher und auf dem Festgelände rund um die Rythalle herrschte eine tolle Stimmung.

Alles schien perfekt – und dann überschatten zwei schwere Unfälle das Jubiläum. In den ersten neun Jahren, also seit es die Solothurner Bike Days gibt, war nie ein ernsthaftes Unglück passiert.

«Chasing Cancellara» abgesagt

Am Freitag passte ein 58-jähriger Zuschauer in der Schaalgasse beim Überqueren der Rennstrecke nicht auf, wie die Kantonspolizei am Samstag mitteilte. Ein 16-jähriger Teilnehmer des Rennens «Chasing Cancellara» konnte die Kollision nicht vermeiden und verletzte sich beim Sturz schwer. Der junge Sportler wurde mit dem Helikopter ins Inselspital geflogen. Der Unfallverursacher blieb unverletzt.

Das Radrennen durch die Solothurner Altstadt, an dem der frühere Superstar Fabian Cancellara mitmachen wollte, wurde daraufhin abgesagt. «Der junge Rennfahrer hat nach unseren Informationen ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, und er wird im künstlichen Koma gehalten.» Mit diesen Worten beschrieb Erwin Flury, der OK-Präsident der Bike Days, den ernsten Gesundheitszustand des 16-Jährigen an der sonntäglichen Pressekonferenz.

Herzstillstand nach Sturz?

Doch es kam noch schlimmer: Am Samstag kurz vor Mittag stürzte ein 38-jähriger Teilnehmer des Swiss Bike Cups im Wald zwischen Rüttenen und St. Niklaus derart unglücklich, dass er trotz sofortiger medizinischer Betreuung und der Überführung ins Berner Inselspital mit einem Rettungshelikopter am Sonntagmorgen seinen Verletzungen erlag.

Laut Augenzeugen soll der lizenzierte Master, also ein erfahrener Mountainbiker, in einer schnellen, aber an sich unspektakulären Abfahrt mit dem Vorderrad in einer Regenrinne hängen geblieben sein und sich mehrfach überschlagen haben.

«Niemand trifft ein Verschulden»

«Seit es die Bike Days gibt, führt das Mountainbike-Rennen an dieser Stelle vorbei, und es ist nie etwas passiert», sagte der konsternierte OK-Präsident Erwin Flury. «Die Strecke wurde vom Internationalen Radsportverband UCI abgenommen und niemand trifft ein Verschulden. Die Angehörigen des Verunfallten sagten uns, dass es seine Lieblingsstrecke gewesen war und dass er die Passage sehr gut kannte», fuhr Flury fort, «es war ein tragischer Selbstunfall.»

Erwin Flury sprach an der extra einberufenen Pressekonferenz den Angehörigen sein Beileid aus. «Wir haben mit der Frau des Verstorbenen gesprochen und uns gemeinsam überlegt, wie es weitergehen soll. Die Frau und ein guter Freund waren sich einig, dass es im Sinne des Verstorbenen sei, wenn wir die Rennen des Swiss Bike Cups trotz allem durchführen würden.»

Und so wurde beim Start der letzten Kategorien am Sonntagnachmittag eine Schweigeminute abgehalten, und am Ziel erhielt  jeder Teilnehmer eine Blume, die im Gedenken an den Verstorbenen niedergelegt wurde.

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