Die Kirchgemeinde Solothurn hat den Thurgauer Pater und Benediktiner Niklas Raggenbass (58) aus Kreuzlingen TG einstimmig zum neuen Stadtpfarrer und Nachfolger von Paul Rutz gewählt. Seine Funktion ist jedoch weiter gefasst als diejenige des bisherigen Stadtpfarrers: Am 1.August 2013 wird er die Verantwortung als Pfarradministrator von St. Ursen und St. Marien übernehmen.

Raggenbass ist zurzeit Vikar in der Pfarrei St. Michael in Zug. «Eine herausfordernde Aufgabe, auf die ich mich freue, und ich habe dazu Ja gesagt – im Vertrauen darauf, dass ich auf die Unterstützung in einem engagierten Seelsorgeteam rechnen darf und mit allen, die ich bisher kennenlernen konnte, konstruktiv zusammenarbeiten kann», sagt Niklas Raggenbass.

Seine Herde wird grösser

Ein Pfarradministrator sei das Gleiche wie Pfarrer in allen Aufgaben und Verantwortlichkeiten. «Pfarrer ist man dann offiziell erst mit der Einrichtung eines neuen Pastoralraumes im Bistum Basel. Doch werde ich dann schon Pfarrer genannt, weil sich das besser aussprechen lässt. Der Unterschied ist nur im Blick auf ein grösseres Gebiet, in dem mehrere Pfarreien miteinander vernetzt werden, das es aber so noch gar nicht gibt», erklärt Raggenbass.

Was aber hat der Thurgauer Theologe für ein Verhältnis zur Stadt Solothurn mit seinen gut 16000 Einwohnern, wovon 3824 Mitglied der römisch-katholischen Kirchgemeinde Solothurn ohne das Steingrubenquartier sind. Niklas Raggenbass: «Von den Film- und Literaturtagen her ist mir die Stadt lieb geworden, doch habe ich in den verschiedenen Vorbereitungsgesprächen vor allem Menschen kennen gelernt, mit denen ich gern zusammenarbeiten möchte.»

Freude bei der Kirchgemeinde

«Ich freue mich sehr, dass unser Kirchgemeinderat Dr. Niklas Raggenbass zum Pfarradministrator der Pfarreien St. Ursen und St. Marien Solothurn gewählt hat. Er tat dies in grosser Zuversicht, mit Herrn Raggenbass einen sehr qualifizierten und motivierten Priester und Seelsorger für dieses anspruchsvolle Amt engagieren zu können», bestätigt Kirchgemeindepräsident Karl Heeb die Wahl.

Redaktor und Seelsorger

Der 58-jährige Niklas Raggenbass ist in der Grenzstadt Kreuzlingen am Bodensee aufgewachsen. Erst 1992 trat er ins Benediktinerkloster Engelberg ein (vgl. Kasten). Nach dem Noviziat und Theologiestudium mit abgeschlossenem Doktorat war er Gästepater, Lehrer an der Stiftsschule und Seelsorger im Pfarreiteam. Während einiger Jahre wirkte er in der Benediktinerabtei St. Bonifaz in der Grossstadt München, wo er zahlreichen Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen die Türen zu einem Neubeginn öffnen konnte. Eine besondere Herausforderung kam durch die Übernahme des Chefredaktorpostens der traditionsreichen Wochenzeitschrift «Der Sonntag» auf ihn zu, wo er mit viel Herzblut an einem katholischen und weltoffenen «Sonntag» arbeitete. Doch tief im Grunde seines Herzens blieb das Heimweh nach der Seelsorge, und so kam er 2011 in der Pfarrei St. Michael in Zug