Genau so hatten es sich die Organisatoren des Obsttages auf dem Rossmarktplatz vorgestellt: Traumwetter und eine einheimische Früchtepalette, soweit das Auge reicht.

Die beiden älteren Frauen, die am Stand der Vereinigung zur Förderung alter Obstsorten stehen, wissen es: Viele Apfelsorten, die für sie einst selbstverständlich waren, gibt es nicht mehr. Umso grösser ist die Freude, wenn sie auf Namen stossen, die Erinnerungen wachrufen. «Alte Apfelsorten sind ein wertvolles Gut» steht auf einem Schild.

Früher hat man einfach Kerne in die Erde gesteckt und gewartet, bis sich ein kleines Apfelbäumchen entwickelte», sagt die Expertin der Vereinigung, die sich zum Ziel gesetzt hat, alten Sorten wieder eine Chance zu geben. Für die Expertengruppe ist klar: Wenn Apfelbäume gefällt werden, sind auch die entsprechenden Sorten weg. Eine Entwicklung, vor der man zu lange die Augen verschlossen hat.

Eindrücke vom Obstmarkt

Eindrücke vom Obstmarkt

Ob Most, Öpfelringli oder Schnaps – unser Autor war auf dem Obstmarkt unterwegs und hat einige Eindrücke gesammelt.

Schnaps fürs «Café avec»

An den Tischen zwischen den verschiedenen Ständen nehmen immer mehr Leute Platz und lassen sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Auf dem Buechibärger Märet ist Mittagszeit, und der Duft von Apfelchüechli und frischem Süssmost liegt in der Luft. Bernhard Wyss vom Buechihof in Leuzigen hat alle Hände voll zu tun.

Er ist Projektleiter des in den Buechibärger Märet integrierten Obsttages und lässt die Chüechli im Öl brutzeln. Wer will, kann sich auch für ein Stück Apfelkuchen entscheiden. Am Gemüsestand der Familie Wyss steht ausnahmsweise Schnapsflasche an Schnapsflasche. «Vieille Prune», «Kirsch» oder «Grappa» steht in schöner Schrift auf den Flaschen geschrieben. Später wird es «Café avec» geben. Das Ziel ist, das Thema Obst in Zukunft noch tiefer auszuloten und noch mehr Stände aufzubauen. Ein Obsttag, der dem Chästag Konkurrenz macht?

«Dieser da ist ganz süss.» Die beiden Frauen stehen noch immer vor der herbstlichen Apfelpalette, unter die sich auch verschiedene Birnensorten mischen. Ob sie insgeheim hoffen, dass sich dereinst auch ihre Enkel wieder über ganz viele Apfelsorten unterhalten können?