«Seit mehr als einem Jahr arbeite ich an dem Konzept», erklärt der Wissenschafts-Coach Simon Reitze, der nun ein Baugesuch für den von ihm entworfenen Friedens- und Wunschstein eingereicht hat. Sein Ziel: Am 20 August soll der Stein in der Anlage zwischen den Basler Kantonssteinen verankert werden, «in dem Boden, auf dem Bruder Klaus Frieden gestiftet hat».

Denn 2017 jährt sich zum 600. Mal der Geburtstag von Niklaus von der Flüe, der 1481 eine entscheidende Rolle beim Beitritt von Solothurn zur Eidgenossenschaft gespielt hat. Deshalb war auch 1981, als die 500-jährige Zugehörigkeit im ganzen Kanton zünftig gefeiert wurde, ein anonymes Komitee auf den Plan getreten, das die Bruder-Klaus-Statue von Carlo Borer nach einigen Querelen vor der Ostseite der Altstadt platzieren konnte.

Wünsche sind möglich

Die Idee von Simon Reitze: Auf dem Friedens- und Wunschstein wird die fehlende Beschriftung der Bruder-Klaus-Skulptur in den Landessprachen, aber auch alten wie den gängigen Weltsprachen «nachgeliefert». Zudem schwebt ihm der Eintrag des Steins auf Google-Map vor – oder wie Reitze in seinem Projektbeschrieb festhält, der Stein werde das «weltweit erste interaktive soziale Kunstwerk seiner Art» sein.

Verziert wird der Stein zudem mit den Friedenssymbolen der Taube und des Herzens. Speziell aber ist die oben abgeschrägte Steinfläche, wo insbesondere auch Kinder mit Kreide ihre guten Wünsche anbringen können. Für die Umsetzung von Reitzes Idee soll zuletzt der Balsthaler Steinbildhauer Norbert Eggenschwiler sorgen.

«Echo eher verhalten»

Gesamthaft rechnet der Initiant mit Kosten von rund 45 000 Franken, die er bei der öffentlichen Hand, Institutionen und einigen Privaten gesamthaft auftreiben will. «So habe ich alle Einwohnergemeinden und Bürgergemeinden angeschrieben, doch war das Echo bisher eher verhalten», räumt Simon Reitze ein. Dabei zähle er auf die Unterstützung der Solothurner Denkmalpflege und wolle ja mit seinem Projekt den ganzen Kanton ansprechen. An diesen werde er auch noch gelangen, nachdem er ausserdem Versicherungen, Banken, Bruderschaften und Service-Clubs um Unterstützung ersucht hat.

Immerhin: Mit der Stadt Solothurn, dem Bistum Basel, der Bürgergemeinde Grenchen, der Einwohnergemeinde Halten und der Däster-Schild-Stiftung kann Reitze doch einige Aktivposten aufzählen, die Beiträge zugesichert haben. «Rund einen Drittel des Budgets haben wir bis jetzt zusammen», hofft der Initiant des Friedens- und Wunschsteins, dass dieser dann auch tatsächlich am 20. August vor dem steinernen Friedensstifter aufgestellt werden kann.