Solothurn

Ein Solothurner Märet wie zu Gotthelfs Zeiten

Zum zweiten Mal sind am Samstags-Märet in Solothurn Käufer und Verkäufer in historischen Kostümen zu erleben. Schon Gotthelfs Anne Bäbi Jowäger besuchte diesen Märet.

Gestern Samstag präsentierten sich die Marktleute in der Stadt Solothurn zum zweiten Mal mit ihren Produkten wie vor rund 150 Jahren. Schon bei Jeremias Gotthelf läst sich nachlesen, wie Anne Bäbi Jowäger nach Solothurn «Z Märit» ging, dort aber eher angstvoll in der Stadt umherirrte.

Grund war damals das «Kartholische», vor dem Anne Bäbi gehörigen Respekt hatte, auch wenn dieser Markt in Solothurn für die Bauern des unteren Emmentals und des Oberaargaues nicht nur Einkaufsgelegenheit, sondern auch Eheanbahnungsmöglichkeit war. Bevorzugter Treffpunkt war «die Pinte auf dem Säulimärit», gemeint das nachmalige Restaurant Misteli-Gasche, heute «AnaCapri».

Gemäss Gotthelf wirkten sich auf Anne Bäbi die engen, verwinkelten Gassen verwirrend aus. Beängstigend für sie war auch die Aare. Aus Furcht vor allem «Kartholischen» stellte Anne Bäbi gar ihr Pferd in der Vorstadt, im «Adler» unter, da die Wirtsleute dort Berner, also Protestanten, waren.

Quelle: Grob, Schriftsteller sehen Solothurn. (Vergriffen.)

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