Solothurn

Ein Solothurner, der sich in Paris für Malmö wappnet

Videostill aus dem Musikvideo «A pop song with no meaning» von Philipp Stampfli

Videostill aus dem Musikvideo «A pop song with no meaning» von Philipp Stampfli

In der Cité des Arts in Paris schreibt der Solothurner Philipp Stampfli zurzeit an neuen Songs. Die inspirierende Atelierarbeit hat im Musiker zudem einen ehrgeizigen Wunsch reifen lassen: Er will an den Eurovision Songcontest 2013.

«A pop song with no meaning» - einen «Popsong ohne Sinn» hat der Solothurner Musiker Philipp Stampfli komponiert. Dass seine musikalische Schöpfung deswegen aber keinen Zweck verfolgt, wäre falsche Bescheidenheit - ebenso, dass sie an und für sich sinnlos sei. Mit der Ballade und unter dem Künstlernamen «Just Philipp» will Stampfli nämlich beim Eurovision Songcontest 2013 (ESC) im schwedischen Malmö antreten. Vorher muss er sich aber gegen mindestens 175 Mitstreiter durchsetzen, die ebenfalls ihren Beitrag auf der entsprechenden Plattform des Schweizer Fernsehens beigesteuert haben.

Ein Solothurner, der sich in Paris für Malmö wappnet

Paris als Inspirationsquelle

Zustande gekommen ist der Song in ideal-kreativer Umgebung: Paris. «Die Stadt ist wunderbar und inspirierend - aber nicht das touristische Paris, sondern das alltägliche, vielseitige in den Quartieren», schwärmt Stampfli. Nicht, dass Solothurn ihm als Inspiration zu wenig wäre, aber: «Gerade die Distanz zur Heimat erweist sich als fruchtbar. Neue Fragen werden aufgeworfen, neue Antworten gegeben.»

Arbeit an einem neuen Projekt

Es ist auch jenes Paris, das er selbst bis Dezember als Gastkünstler bewohnt und das ihn auch zu anderen Kompositionen beflügelt hat: «Ich habe schon zuvor oft Songs geschrieben und war jetzt auch hier produktiv», sagt Stampfli. Insgesamt sei «A pop song with no meaning» auch nicht unbedingt ein Geistesblitz gewesen: «Es war ohnehin mein Ziel, hier im Künstleratelier für ein neues Programm Songs zu schreiben.»

Für seinen neusten Streich mit Blick auf den ESC hatte er auch die Unterstützung mehrerer Musiker auf sicher. Abgemischt und produziert wurde «A pop song with no meaning» durch den Spanier David Alarcon. Unter den Begleitstimmen sind Rahel Studer und ihre Tochter Mira zu hören. Rahel Studer ist die langjährige Bühnenpartnerin von Stampfli in der Formation «Studer und Stampfli» und kam (nicht nur) für ein Gastkonzert auf einen Abstecher nach Paris.

Eine traurige Liebesgeschichte

Zum Lied gehört auch ein Videoclip, der in Zusammenarbeit mit zwei brasilianischen visuellen Künstlerinnen entstanden ist - «gedreht an einem Sonntag auf dem Place des Vosges». Trotz der vielseitigen Mitarbeit bleibt der Song aber ein persönlicher: «Er erzählt von einem Mix aus mehreren Begebenheiten, von eigenen und fremden Erlebnissen.»

Der Protagonist erlebe eine traurige Liebesgeschichte, «er tut dummerweise im falschen Moment am falschen Ort das Falsche und verpasst somit das Wichtigste im Leben.» In der Sinnlosigkeit, die dem akustisch ansprechenden und einprägsamen Song seinen Namen gibt, bleibt ihm noch die Hoffnung, dass er seine Angebetete zurückgewinnen kann...

Keine Angst vor dem «Schweizerpech»

Gewinnen muss Stampfli nun auch die Gunst des Publikums, das ab Mitte Oktober unter www.eurovisionplattform.sf.tv abstimmen kann. Und die Herausforderungen brechen auch für den Fall nicht ab, dass er es nach Malmö schafft.

Denn: Wie stellt sich Philipp Stampfli insbesondere der Herausforderung, nach einer jahrelangen Pechsträhne an Schweizer Niederlagen auszubrechen? «Wegen des Schweizerpechs mache ich mir keine Sorgen», winkt er ab: «Wenn der Song und seine Interpretation gut sind, ist alles möglich.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1