Antiquitäten
Ein seltenes und exotisches Fundstück in den Solothurner Schaufenstern

Am Klosterplatz stellt Antiquitätenhändler Silvan Goetz-Maag einen Expeditionskoffer aus den 1930er-Jahren aus. Darin finden sich unteranderem auch eine Schleiereule und Schlangenhaut.

Drucken
Teilen
Antiquitätenhändler Silvan Goetz mit seiner Trouvaille, die er nicht verkaufen will.
9 Bilder
Der Kasten ist im Originalzustand. Die letzten 80 Jahre hat er unbeschädigt überstanden.
Für das Schaufenster hat Antiquitätenhändler Goetz noch einige Requisiten vom benachbarten Naturmuseum erhalten.
Die Details faszinieren. Die Tierschädel sind wohl in Afrika oder Indien gefunden worden.
Wo genau der Kasten einst war, weiss Silvan Goetz nicht. Er hat den Expeditionskoffer in Frankreich erworben.
Weitere exquisite Fundstücke: Das Buch im Vordergrund ist die über 100-jährige Reiseaufzeichnung eines Missionars, die sich ebenfalls im Besitz von Silvan Goetz befindet.
Fein arrangiert: Anitquitätenhändler Goetz hat früher auch als Dekorateur gearbeitet.
Eine exquisitere Trouvaille findet man in Solothurns Schaufenstern nicht
In den Reagenzgläsern (links im Bild) befinden sich noch die Käfer, die 1932 eingesammelt wurden.

Antiquitätenhändler Silvan Goetz mit seiner Trouvaille, die er nicht verkaufen will.

Hanspeter Bärtschi

Es dürfte derzeit die exotischste Trouvaille in den Solothurner Schaufenstern sein. Am Klosterplatz zeigt Antiquitätenhändler Silvan Goetz-Maag einen Expeditionskoffer aus den 1930er-Jahren. In Afrika oder Indien müsse der Koffer wohl einmal gewesen sein, vermutet Goetz. Schleiereule und Schlangenhaut befinden sich noch heute darin. In den originalen Reagenzgläsern sind noch immer die damals gesammelten Käfer. Messwerkzeug, Lampe und eine Miniatur-Apotheke sind auch nach 80 Jahren noch intakt.

Entdeckt hat Goetz den Kasten vor kurzem eher zufällig auf einer Messe in Frankreich. Recherchen zu seiner Geschichte blieben bisher erfolglos. Ein Messingschild auf dem Deckel des Koffers enthält das Datum 1.10.1932 und die Namen M. A. Hesler und G. R. Jacquel. Aufgrund der sorgfältigen Beschriftung und des guten Zustands schätzt Goetz, dass der Koffer im Besitz einer wohlhabenden Familie war. Letzten Sonntag sei eine ganze Menschentraube vor dem Schaufenster gestanden, sagt der Antiquitätenhändler. Doch Anfragen sind zwecklos. Goetz hat den Koffer für sich persönlich gekauft. (LFH)

Aktuelle Nachrichten