Saumässig freuen konnte sich einer nach der zu Ende gegangenen HESO. Oder zumindest jene, die an ihn glaubten und auf ihn einige Fränkli wetten. Das Schweinchen mit dem Namen «Anzeigerli» hatte mit aller Deutlichkeiten beim traditionellen Söilirennen den Rüssel vorn und zog an seinen Artgenossen vorbei. Von insgesamt 60 Läufen stand es bei 18 am Start und holte den Sieg bei 16 Läufen. Damit liegt die Siegesquote bei fast 90 Prozent. Ein Rekord, wie die Veranstalter melden. Ob es den Sieger letztlich vor der Verwurstung retten wird, ist zwar nicht bekannt. Aber seinen Sieg feiert es, während von der Herbstmesse bald nur noch die braungetretene Grasnarbe zeugt, und während langsam aber sicher die HESO-Zelte verschwinden.

Aufgebaut oder aufgerüstet wird dafür andernorts. Am Chronestutz ist die Fassade hinter einem Baugerüst verschwunden. Ebenso an der Fassade des «Ramada» – exgüseh! – H4-Hotels. Aber auch am Stalden tut sich was. Auch dort streift sich die Fassade etwas über. Das passt zum Herbst, der sich gerade in jener unseligen Phase befindet, in der man seine Tagesgarderobe nach dem Zwiebelschema auswählt und sich tagsüber beinahe stündlich schält und neu verhüllt. Beispielsweise wenn man von der Kühle der schattigen Altstadt auf die bränntige Kreuzackerbrücke tritt (Jacke aus, Ärmel hochgekrempelt), um gleich wieder unter dem Blätterdach Richtung Bahnhof zu frösteln (Jacke an).

Sonst aber ist der Oktober ein goldiger Monat. Nach der geballten Geselligkeit namens HESO verteilt sich das kulturelle Leben allmählich wieder in der ganzen Stadt. Zeit und Raum für Live-Talkshows, von denen Solothurn mittlerweile gleich zwei hat, für Konzerte, Lesungen und Vernissagen, für Vermicelles und Marroni, Kürbisse in allen Formen und Eingemachtes aus der reichen Obsternte. Und Wild.

Rückblickend lässt sich sagen: Eine HESO allein macht noch längst keinen Herbst. Dann schon eher ihr Ende, das den Herbst ankündigt. Die Zeit also, in dem die Söili nicht mehr dem Futterköder hinter der Ziellinie entgegenrennen, sondern dem Jäger davon.