Bike Days 2019
Ein Rundgang zwischen Neuheiten und Attraktionen rund ums Velo

Sport, Messe, Show und Events – das sind die elften Bike Days in Solothurn. Ohne Messe würde diesem nationalen Zweirad-Grossanlasses Entscheidendes fehlen. Das grosse Interesse manifestierte sich durch ein aufmerksames, wissbegieriges Fachpublikum.

Pius Rüegger
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Bike Days 2019 – der Ausstellungsbereich
41 Bilder
135 Aussteller waren 2019 präsent
Wie liegt es sich so?
Beim BMX Flatland wurde in der Reithalle wiederum Stimmung gemacht
BMX Flatland
BMX Flatland
BMX Flatland
BMX Flatland
Hier wird gemeinsam gefeiert
Der Blick von oben aufs Festivalgelände
Spass für die kleinen Bike-Begeisterten
Hier werden Medaillen verteilt
Pumptrack
Pumptrack
Mit Schwung in die Kurve
Beim Öuficup am Freitag laufen und fahren die Teilnehmer durch Matsch.
Hoch hinaus am Öuficup
Nur nicht bewegen...
Der Riders-Talk wurde 2019 zum ersten Mal durchgeführt
Am Samstag fand der Proffix Swiss Bike Cup statt. Am Morgen waren die Junioren und die Amateure dran, am Nachmittag die Juniorinnen und die Männer- und Frauenelite.
Proffix Swiss Bike Cup
Proffix Swiss Bike Cup
Schlammige Angelegenheit
Nino Schurter gewinnt den Proffix Swiss Bike Cup Elite.
Die Frauen-Elite am Proffix Swiss Bike Cup
Hier werden die Bikes aus dem Schanzengraben gestossen.
Die Schweizerin Jolanda Neff wird Zweite.
Es gewinnt Kate Courtney
Die erfolgreichen Fahrerinnen lassen sich feiern
Bosch eMTB Challenge
Bosch eMTB Challenge
Beim MTB Dirtjump gehts hoch hinaus
MTB Dirtjump
MTB Dirtjump
MTB Dirtjump
MTB Dirtjump

Bike Days 2019 – der Ausstellungsbereich

Simon von Gunten

Dem Publikum präsentierten sich 135 Aussteller mit 340 Marken – zehn Prozent mehr Aussteller und gar zwanzig Prozent mehr Marken als im Vorjahr.

Der E-Bike- und speziell der E-Mountain-Bike-Boom zeichnen dafür verantwortlich. 2018 wurden in der Schweiz 345’313 Fahrräder verkauft, ein Plus von 2.1 Prozent. Ein Drittel davon waren E-Bikes, das E-Mountainbike mit einem Zuwachs von 50,6 Prozent der absolute Spitzenreiter. Für Testzwecke standen 400 Räder bereit. Die Stimmung war konzentriert, ausgerichtet auf Fachgespräche und -auskünfte.

Knautschzone für den Kopf

Auf einem Rundgang stellte Stefan Flury, SRF3-Moderator und -Produzent sowie Mountainbike-Experte, Entwicklungen und Neuheiten vor. Das Zweirad ist auch ein Unfallrisiko, der Schutz des Kopfes mit dem Gehirn besonders wichtig. Im April dieses Jahres ist eine Helm-Neuentwicklung herausgekommen. Dank einer komprimierbaren Zellstruktur in der Innenseite funktioniert diese wie eine Knautschzone. Sie absorbiert die Aufprallenergie und schützt vor harten Schlägen. Ebenso neu ist eine Federgabel, bei der die Reibung bleibt. Sie spricht feiner an und reagiert schneller.

Eine kroatische Firma hat zusammen mit einem Autohersteller ein E-Mountainbike mit einer selbst gebauten Batterie mit 700 Watt-Leistung und einem österreichischen Motor konstruiert. Zudem können mit einer App oder Handy vorne und hinten einminütige Bildaufnahmen gemacht werden. Auch ein Fitness-Tracker kann angeschlossen werden. Dank einer Telekommunikationsfirma sind in 120 Ländern ähnlich wie mit einem GPS-System Distanz, Höhenmeter und Batterieverbrauch zu berechnen.

Präsentiert wurde das aktuelle Hightech-Sportgerät von Weltmeister und Sportler des Jahres 2018 Nino Schurter. Dieses Rad kommt übrigens nächstes Jahr in den Verkauf. «Mit rasierten Beinen hat ein Athlet acht Prozent weniger Luftwiederstand», erzählte Flury. Im Gegensatz zu früher mit vollgepumpten Reifen um die elf Bar kommen diese heute mit einem Bar aus. «Zusammen mit breiteren Reifen und weniger Luftdruck ist man schneller, hat weniger Vibrationen aufzufangen und verbraucht weniger Energie», verriet Flury eine neue Erkenntnis, die vor einem halben Jahr im Rennsport Einkehr hielt.

Eine Top-Neuheit ist eine Velotransport-Tasche, die am Freitag erstmals vorgestellt wurde. Sie wird mit einer Velopumpe aufgepumpt und das Rad muss nicht mehr demontiert werden. Versorgt kann sie wie ein Skisack werden. Ein Revival erlebt in der Schweiz die Disziplin Radquer. Neudeutsch heisst sie jetzt Cyclo-Cross. So findet im nächsten Jahr im luzernischen Eschenbach nach langem Unterbruch wieder eine Weltmeisterschaft in der Schweiz statt. Für das Cyclo-Cross wurden im Rennlenker zwei Elemente eingebaut, mit denen man die Sattelstütze absenken und den Bremshebel für das Hinterrad betätigen kann. Bei einem weiteren Modell sind Batterie und Motor herausnehmbar.

Bei den Rennvelos ist der Elektro-Antrieb kein Thema. Eine erst 2015 gegründete Schweizer Firma hat im Baukastensystem einen Dämpfer auf den Markt gebracht, der vor Wasser und Dreck schützt, wenig Pflege bedarf und mit dem auch der Lenkwinkel verstellt werden kann – ein Nischenprodukt für den Trail- und Endurobereich. Übrigens, auf der ganzen Welt gibt es eine Milliarde Velos und nur 60 Millionen Pferde!

22'000 Besucher

Positiv bewertet OK-Präsident Erwin Flury diese elften Bike Days: «Generell bin ich sehr zufrieden, weil nicht irgendwelche Unfälle passiert sind». Allerdings stellten die Wetterkapriolen eine Herausforderung dar. «Mit dem Team konnten wir diese sehr gut meistern», sagt Flury. Trotz dieses Wetters sind 22 000 Personen gekommen. Allerdings findet er es nicht optimal, wenn Bike Days, Slow up und Muttertag zusammenfallen. «Nicht ganz einfach machte dies die Helfersuche, dafür ist die Region zu klein», merkt der gebürtige Prättigauer an. Weil für Flury die Konstanz wichtig ist und er sich in Solothurn wohl fühlt, konnten die Daten für die nächsten drei Jahre reserviert werden, 2020 vom 8. bis 10. Mai wieder mit dem Muttertag zusammen.

Sportlich freut es Flury, dass mit Nino Schurter sowie den Amerikanern Kate Courtney und Nicholi Rogatkin drei Weltmeister ihre hochwertigen Finals gewannen.