Stadtbummel Solothurn

Ein Puff, Pilze und der «Fleischmäret»

Am Samstag ist in Solothurn wieder historischer Märet. (Archiv)

Am Samstag ist in Solothurn wieder historischer Märet. (Archiv)

«’Z Märet goh» ist am Samstag in Solothurn ein Muss. Nur diesmal herrscht ein bisschen allgemeine Verunsicherung. Verkleidet oder nicht? Eher nicht. Will man dies? Von einem steckenbewehrten Japanesen, Chinesen oder sonst einem Wesen allpott zu einem Selfie genötigt werden? «Wou chuum», würde da unser Leutpriester Jeremias Gotthelf sagen. Und daran halten wir uns. Irgendwo ist nämlich immer eine Grenze zwischen dem Historischen und «hysterischen Märet». Historisch gefällt uns besser.

Marktfrisch sollte die Ware zwischen Bieltor und Kronenplatz sein und nicht historisch, also alt. Alt ausgesehen haben über Wochen all die Freundinnen und Freunde jener Fruchtkörper, die zumeist nur der Waldboden hervorbringt. Denn ausgerechnet in jener traurigen Zeit nach den letzten Maimorcheln bis zu den ersten Steinpilzen haben uns die beiden Pilz-Stände vor der Suteria und bei Bücher Lüthy im Stich gelassen. Nun ist der eine an der Gurzelngasse wieder da und vom Sommertrüffel bis zum Semmelstoppel lässt es sich wieder ohne Suchstress «püuzle». Oder wie schon Peach Weber trällerte: «Überau hetts Püuzli dra, Püuzli dra…»

Der Markt für Geschäftsliegenschaften war auch schon rosiger, doch scheint sich an der Schmiedengasse oben neben dem Bieltor einiges zu regen, nachdem nun Mode Brühweiler auch schon wieder ein Jährchen Geschichte ist. Die der Familie Lüthy gehörenden Häuser werden derzeit umgebaut, und Simone Lüthy rechnet mit einer baldigen Vermietung – ob in einem über die ganze Fläche oder in je einem Haus neue Adressen entstehen, ist derzeit offen – möglich sei beides.

Die Marketenderin war früher eine Frau, welche die Soldaten nicht nur im Krieg mit dem Nötigsten versorgte – oft auch mit sich selbst. Wenn man die Solothurner Söldnerscharen so betrachtet, die in fremden Ländern herumgezogen sind, kann Mann sich leicht vorstellen, wie viele Marketenderinnen damals unterwegs gewesen sein müssen. Aber auch wenn morgen historischer Märet ist: All die verkleideten Damen sind nicht mit Marketenderinnen zu verwechseln. Wer solche braucht, ist auch in der Badi falsch am Platz. Sogar wenn dieses Wochenende dort nochmals ein «Fleischmäret» stattfindet. Nein, wer solches sucht, geht schlicht und einfach ins «Puff». Das haben wir zwar morgen am Märet auch. Aber wie gesagt…

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