Solothurn
Ein neuer Laden an der Schmiedengasse: «Eigenes Parfüm mit eigenem Namen kann kreiert werden»

In der Altstadt gibt es neu die Parfümerie La Profumoteca. Hier kann man sein eigenes Parfüm kreieren.

Fabio Vonarburg
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Giovanni Bonanno und Marco Solano (von links) in ihrer kürzlich eröffneten Parfümerie in der Altstadt.

Giovanni Bonanno und Marco Solano (von links) in ihrer kürzlich eröffneten Parfümerie in der Altstadt.

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Wenn Giovanni Bonanno und Marco Solano am Morgen aufstehen, fragen sie sich als Erstes: Wie will ich heute riechen? An der Auswahl an verschiedenen Düften fehlt es den beiden in ihrer gemeinsamen Wohnung in Zuchwil nicht. Um die 50 verschiedenen Parfümfläschchen finden sich in den beiden Spiegelschränken im Badezimmer. Ihre Leidenschaft für die Welt der Parfüme erklären die beiden wie folgt: «Wir wollen anders riechen als jene, die auf kommerzielle Düfte setzen, und unseren Duft variieren.»

Einen Duft zu tragen, den sonst niemand hat, das wollen die beiden jetzt auch anderen ermöglichen und haben in der Solothurner Altstadt eine Parfümerie eröffnet. Und zwar an der Schmiedengasse 4, dort, wo bis vor einigen Monaten noch das Bastelparadies zu finden war. «In unser Geschäft kommen immer noch Kunden, die eigentlich den Bastelladen suchen», sagen die beiden Duftliebhaber. Doch statt Knete, Farbstiften und Papier in den unterschiedlichen Farben treffen die Kunden auf die verschiedensten Düfte. Über 160 verschiedene Parfüme sind im Laden La Profumoteca zu finden, sowie Bodylotions, Showergels und Raumdüfte.

Düfte vor vier Jahren in Sizilien entdeckt

Die Düfte stammen aus Sizilien, daher auch der Name des Geschäfts. Denn La Profumoteca ist auch der Name einer gleichnamigen Parfümerie in Palermo und steht für eine «nachhaltige Emotion». Der italienische Familienbetrieb rund um Parfümeur Giuseppe Sala betreibt in Italien fünf Filialen. Mit dem Geschäft in Solothurn machen die Düfte des italienischen Parfümeurs erstmals den Schritt über die Grenze.

Zwischen den Zuchwilern und der Parfümerie-Familie in Palermo besteht mehr als eine Geschäftsbeziehung. «Wir haben die Parfümerie vor vier Jahren in Sizilien entdeckt», erzählt Bonanno, «seither ist eine Freundschaft entstanden.»

Der Parfümeur aus Italien steht Giovanni Bonanno und Marco Solani auch mit Rat zur Seite. Respektive vor allem Bonanno. Denn es ist in erster Linie der 30-Jährige, der im Geschäft anzutreffen ist. Marco Solano arbeitet hauptberuflich in der Telekombranche und steht seinem Lebenspartner immer dann zur Seite, wenn es ihn braucht. Sei es zum Produkte verpacken, Kundenanfragen oder als Unterstützung an Stoss- und Randzeiten, wie zum Beispiel am Samstag.

Die Kundinnen und Kunden können ihr eigenes Parfum kreieren.

Die Kundinnen und Kunden können ihr eigenes Parfum kreieren.

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Wer den Laden betritt, der wird nicht mit der grossen Auswahl an Düften alleine gelassen. Giovanni Bonanno hilft den Kunden bei der Suche nach dem passenden Duft. «Das Kundenerlebnis steht für uns im Mittelpunkt», betont er. «Unsere Kundinnen und Kunden können ihr eigenes Parfüm kreieren und einen eigenen Namen dafür geben. So können sie es bei Bedarf ganz einfach nachbestellen.» Zu diesem Zweck können Kunden bis zu drei Duftnoten miteinander kombinieren und damit ein Parfüm erschaffen, das hierzulande sonst niemand trägt. «Zwar sind wir kein Bastelladen mehr, aber bei uns kann man seine Kreativität noch ausleben», sagt und lacht Solano.

Eigentlich hätte das Geschäft im Sommer eröffnen sollen. Wegen Corona wurde der Start nach hinten verschoben. Ist eine Geschäftseröffnung während der Pandemie nicht ein grosses Risiko? «Klar, haben wir darüber diskutiert», sagt Giovanni Bonanno, doch man habe sich entschieden, es zu wagen. «Ich habe kürzlich eine schwere Krankheit überwunden. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass ich meine Träume im Hier und Jetzt leben will.»