FC Solothurn
Ein neuer Garderobentrakt für 880 000 Franken soll es richten

Auch der Traditionsverein braucht massive Verbesserungen der Infrastruktur. Besonders wichtig ist dem FC Solothurn dabei ein neuer Garderobentrakt für 880 000 Franken. Grund für die Forderungen ist die steigende Beliebtheit des Fussballs.

Wolfgang Wagmann
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Die Stehrampen haben zweite Priorität, Vorrang hätten neue Garderoben hinter dem Stadion (l.).

Die Stehrampen haben zweite Priorität, Vorrang hätten neue Garderoben hinter dem Stadion (l.).

Wolfgang Wagmann

Nicht nur die Fussballvereine im Mittleren Brühl haben zu wenig Platz- und Garderobenkapazitäten, sondern auch der FC Solothurn. Nur hat dieser seine Vorstellungen für allfällige Lösungen schon viel konkreter auf dem Tisch, als die «Konkurrenz» im Westen (wir berichteten). Geschäftsleitungsmitglied Jürg Naegeli: «Es geht nicht darum, jetzt eine Gegenposition zum Mittleren Brühl einzunehmen. Wir haben unseren Bedarf übrigens schon im September bei der Stadt angemeldet.»

Diese will sich einen Gesamtüberblick zu den Bedürfnissen aller Fussballvereine sowohl im Stadion wie Mittleren Brühl verschaffen – «mit uns ist man schon im August 2012 zusammengesessen, doch hat sich das Ganze verzögert», so Nägeli. Konkret will der FC Solothurn, der auch bei der ersten Mannschaft voll und ganz auf den Nachwuchs setzt, vor allem das Garderobenproblem gelöst haben. Und deshalb auch eine Projektplanung eingeleitet, die einen neuen Garderobentrakt zwischen dem Stadion-Hauptgebäude und dem Kunstrasenfeld im Westen vorsehen würde. Gesamtkostenpunkt: Rund 880 000 Franken, die vor allem ins Investitionspaket der Stadt aufgenommen werden müssten (vgl. Kasten).

Es wird immer enger

Genauso wie im Mittleren Brühl ist der steigende Appetit auf Fussball bei den Jungen und Jüngsten «Motor» für die Nachrüstungsforderungen. In seinem jüngsten Newsletter macht der FC Solothurn folgendes Zahlenmaterial publik: Im Jahr 2000 tummelten sich erst neun Teams rund ums Stadion, heute sind es deren 20.

Damals wollten 130 Spieler trainieren und spielen, heute sind es 270. Dazu gekommen sind 40 Spieler der Sportklassen; der Staff von Trainern und Assistenten ist ebenfalls von 15 auf 35 gewachsen. Das bei einer gleich gebliebenen Anzahl von zwei grossen und sieben kleinen Garderoben und zwei Rasenplätzen.

Die FCS-Forderungen

Der FC Solothurn möchte in einer ersten Erweiterung über drei zusätzliche Garderoben mit minimal je 18 Plätzen sowie Duschen und WC verfügen, dazu über eine Garderobe für die Trainer und Assistenten. Dazu soll ein grosser Materialraum mit dem Umbau der Baracke Nord realisiert werden. Dieser würde 30 000 Franken kosten, die restlichen 850 000 Franken machen Gebäudekosten von 763 000 Franken aus, dazu müssten 55 000 Franken in eine Kollektoranlage für die Warmwasseraufbereitung investiert werden. Die Verbindungsleiten zum Altbau kämen auf 14 000, das Anpassen der Umgebung auf 18 000 Franken zu stehen. In einer zweiten Etappe sähe der Verein dann das zusätzliche Kunstrasenfeld, zwei weitere Garderoben und Kunstrasen auch im Umfeld westlich der Baracke Nord zu Trainingszwecken. (ww)

Immerhin wurde der Ricoten-Rindenplatz durch ein Kunstrasenfeld ersetzt. In die Waagschale wirft Naegeli aber auch die zunehmende Professionalisierung des Nachwuchses: «Bereits sind 40 Spieler bei uns, die bis zu sieben wöchentliche Trainings und Spieleinheiten geniessen und somit auf ein Sportpensum von 15 bis 20 Stunden Fussball pro Woche kommen.» Mit diesen «Halbrofis» will nun der FCS seine Vision «FCS 11» realisieren.

Und der Kunstrasen?

Zwar hat der FC Solothurn seine Träume für einen Aufstieg in die Challenge League angesichts der herrschenden Realitäten vorerst begraben – und damit ist eine Lizenzverweigerung des Schweizerischen Fussballverbandes SFV wegen Mängeln an der Infrastruktur vorderhand auch kein Thema mehr. Trotzdem fehlt laut Jürg Naegeli im Stadion manches «an allen Ecken und Enden». Er nennt das nicht mehr genügende Restaurant ebenso wie die alten Stehrampen um das Hauptspielfeld, die ein «Sicherheitsrisiko» darstellen würden.

Wichtig wäre aber für Naegeli und den FCS – das werden die Vereine im Mittleren Brühl ungern hören – zusätzlicher Kunstrasen vorne beim Stadion. Natürlich würde man den Vereinen des Mittleren Brühls Mitbenützungsrechte einräumen, betont der FCS-Funktionär. «Doch gibt es vor allem ein wichtiges Argument für ein Kunstrasenfeld bei uns vorne: Es käme viel günstiger zu stehen, weil der Untergrund hier im Gegensatz zum Mittleren Brühl bereits vorbereitet wäre.»

Der Kunstrasen ist im Budget für den neuen Garderobentrakt natürlich nicht enthalten, doch hat der vor einigen Jahren erstellte Platz westlich des Stadions allein bereits 1,5 Mio. Franken gekostet.