Solothurn

Ein neuer Betrieb entsteht ab Frühling: «Wie wollen Leben auf den Dornacherplatz bringen»

Innen wie aussen präsentiert sich der Dornacherplatz-Pavillon in neuem Look.

Innen wie aussen präsentiert sich der Dornacherplatz-Pavillon in neuem Look.

Im Frühling startet der So-Slow-Betrieb im Pavillon auf dem Dornacherplatz mit besonderer Betriebsphilosophie.

Die markante langjährige Gitterfassade ist in den vergangenen Tagen einer Wellblech-Optik aus Eternit gewichen. Und der Blick durch die Glasscheibe ins Innenleben des Pavillons zeigt eine neue Küche, neue Beleuchtung, eine neue Bar. Ergo: Auf dem Dornacherplatz – gleich neben dem derzeit laufenden Winter-Wunderland – bahnen sich Neuerungen an. Diese hatten sich zwar bereits seit langem angekündigt, hatten aber eine Reifezeit nötig. Nach einem Dornröschenschlaf wird das stillgelegte Kabäuschen nun wieder einem Zweck zugewiesen: Ein Treffpunkt soll entstehen, «wo unsere Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner auf spielerische dezente Art für die Themen Nachhaltigkeit und Achtsamkeit sensibilisiert, begeistert und motiviert werden.» So der Leitgedanke des Betriebskonzepts.

Der Pavillon, der auch einen Bankomaten beherbergt, gehört der Stadt Solothurn, die auch die Bauherrschaft für die aktuelle Auffrischung innehat. Gepachtet ist die Liegenschaft von der So Slow GmbH, vertreten durch Martin Tschumi, bekannt als Präsident der Vereinigung Pro Vorstadt, sowie seiner Frau Evelyne Schoffe.

Geplant ist ein «multifunktionaler» Ort

Wie nun sollen die zentralen Themen Nachhaltigkeit und Achtsamkeit vermittelt werden? Geplant ist ein «multifunktionaler Ort», der ebenso Raum bietet für eine Kaffeepause, einen kleinen Imbiss, oder auch Plattform ist für Workshops, Konzerte, Lesungen, Filmdarbietungen oder Podien. Ferner soll die Vermietung an Dritte möglich sein. Gerade über das Gastroangebot werden Themen wie Foodwaste und regionale Wertschöpfung vermittelt werden. 26 Innen- und 74 saisonale Aussensitzplätze auf der Westseite sind für den Betrieb geplant, westlich davon Standplätze für allfällige Foodtrucks. Die Öffnungszeiten sind laut Baugesuch zwischen 5 Uhr und 22 Uhr (aussen) resp. 0.30 Uhr (innen). Tagsüber soll der Takeaway-Betrieb dominieren; mit einem entsprechenden Gastropartner sei man noch in den Verhandlungen, sagt Tschumi.

Auch eine Vernetzung mit dem Fussball-Public-Viewing oder dem Winter-Wunderland wäre denkbar, sinniert Tschumi. «Ab Januar geben wir Gas», kündigt er im Hinblick auf einen reich befrachteten Dezember-Terminkalender an. Der Betriebsstart von So Slow ist auf den Frühling angesetzt.

Den Platz aufwerten, die Vorstadt aufwerten

Auf jeden Fall hofft Tschumi dadurch auf eine Aufwertung des oft leeren Platzes. «Wir wollen Leben auf den Dornacherplatz bringen.» Ebenso steckt dahinter die Vision, die Vorstadt als Ganzes weiter aufzuwerten. Dabei fällt der Blick ebenfalls auf die Entwicklungspotenziale, die sich südlich des Dornacherplatzes entlang der Bahnlinie anbieten. Unlängst steht die städteplanerische Idee eines «Perron 2» im Raum, das auf den Grundstücken dieser Häuserreihe verwirklicht werden könnte.
Der Pavillon wurde im Jahre 2005 im Gefolge des Parkhaus-Baus Berntor errichtet und per Konzession an einen Betreiber vergeben – und zwar mit dem Ziel, den Dornacherplatz zu beleben. Leider nahmen aber die Bestrebungen der unterschiedlichen Konzessionäre kaum je Fahrt auf, sodass der Betrieb – zuletzt unter dem Namen «Diamond Bar» – im Herbst 2017 eingestellt wurde.

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