Das Team rund um Rosmarie Keller, Produktionsleiterin der Freilichtspiele Solothurn, widmet sich mit Elan dem Aufräumen und der «Schlussputzete» und strahlt dabei entspannte Heiterkeit aus. «Wir hatten als Team absolut den Freilichtspiele Plausch», bestätigt die Theaterfrau das sichtbarste Fazit dieser dritten Folge des Sommertheaters unter freiem Himmel. Weniger sichtbar, aber ebenso wichtig die zahlenmässige Bilanz: Mit etwas mehr als 6600 Besuchern zeigt sich Keller zwar zufrieden. Doch für eine Sitzauslastung von 75 Prozent, die für eine blanke Null in der Buchhaltung nötig gewesen wäre, reicht es nicht ganz. «Zählt man die privaten Aufwendungen hinzu, kommen wir knapp raus.» Dabei haben unter anderem die fünf engagierten Profischauspieler das Budget ein wenig mehr strapaziert, als es in den Vorjahren der Fall war.

Unsicheres Wetter brachte Einbusse

Für Keller ist es unverständlich, warum man nicht gleichermassen an die Erfolge von 2007 («Das Gerücht») und 2009 («Der Giftmischer») anknüpfen konnte: «Wir hatten noch nie so viele positive Rückmeldungen», resümiert Keller. «Und einige haben sogar Dankesbriefchen ‹für einen schönen Theaterabend› geschickt.» Dennoch habe sie zumindest direkt beobachtet, dass nur ein kleiner Teil der Stadtsolothurner auf den Zeughausplatz pilgerten. Warum das so ist, weiss auch sie nicht.

Nicht zuletzt das unsichere Wetter scheint für Einbussen mitverantwortlich zu sein: «Wenns tagsüber regnet, mag das viele abschrecken, sich für den Abend ein Eintrittsticket zu kaufen – obwohl es oft trocken blieb.» An den verregneten Aufführungen hätten sich die Zuschauer den Spass nicht nehmen lassen – das Überstreifen der Pellerinen sei gar ein wenig zum Ritual geworden.

Leider sei ein wie in Vorjahren fulminantes Finale ausgeblieben. Keller resümiert nicht ohne Sarkasmus: «Bei der Schlussvorstellung am Samstag hatten die Leute Konzert und Theater.» So hat die Musik des Klosterplatzfests den «Gasstreit» ungewollt gleich mit beschallt. «Wir haben es erst kurz zuvor von diesen anderen Festivitäten erfahren. So etwas hätte man doch untereinander koordinieren können», findet sie.

Die Bühne wird umziehen

Doch Keller begründet die Bilanz nicht nur mit fehlendem Wetterglück oder anderen unerwarteten Umständen. 2007 mit dem «Gerücht» aus der Feder ihres Mannes Markus Keller lanciert, hatte man in Solothurn, das vorher kein Freilichttheater dieser Art kannte, eine Lücke gefüllt. Der Neuheitenbonus jedoch sei nun aufgebraucht. Deshalb peilen die Kellers und Regisseur Reto Lang Änderungen an: «Wir werden nicht mehr auf dem Zeughausplatz spielen.» Denn auch wenn es kaum zu Reklamationen gekommen sei: «Da wir schon im April mit Proben begonnen hatten, war es für Anwohner schon etwas hart.» Also: Anderer Ort in Solothurn, aber auch ein anderes Thema, eine andere Epoche. «Wir reisen nicht mehr mehrere Jahrhunderte zurück. So wird was aus der jüngeren Geschichte folgen», sagt Keller. Auch das Datum 2013 werde – trotz üblichem Zweijahresturnus – überdacht.