Mit einer Monats-Durchschnittstemperatur von 21,7 Grad lag der Juli in Solothurn gut 2,5 Grad über dem langjährigen Mittel und schlug den Juni glatt um 1,2 Grad. Dafür waren 24 Sommertage mit über 25 und 5 Hitzetage mit mehr als 30 Grad verantwortlich.

Die Regenmenge in Solothurn entsprach mit 101 Litern oder Millimeter pro Quadratmeter nicht ganz dem üblichen Monatsdurchschnitt, etwas näher kam dieser der Wallierhof Riedholz mit 107 Litern. «Unser Garten gedeiht prächtig», relativiert Markus Kündig, der im Wallierhof die Niederschlagsmessungen vornimmt. Man vergesse ein wenig, dass die Trockenheit regional sehr unterschiedlich ausgefallen sei, hierzulande sich aber nicht so ausgeprägt zeige.

Warum 2018 nicht 2003 ist

Tatsächlich machen die Boulevard-Medien derzeit täglich auf Alarmismus und vergleichen immer wieder den Jahrtausendsommer 2003 mit dem jetzigen Hitzesommer. Sinnigerweise ziehen sie ständig die «wärmste Periode vom April bis Juli» seit Beginn der Messungen herbei – umschiffen aber damit elegant die Werte der eigentlichen zwei Sommermonate. Diese sind heuer ungleich «kühler» als 2003 ausgefallen: Der Juni – damals der heisseste Sommermonat – toppte unseren jetzigen Juni mit sagenhaften 23,7 Grad gleich um 3,4 Grad, der Juli weist auch 0,8 Grad Rückstand auf jenen von 2003 auf.

Wahr ist, dass dank des zu warmen Aprils und Mais die diesjährige Viermonateperiode tatsächlich noch etwas wärmer als 2003 ausgefallen ist. Den 17,5 Grad im Mittel von damals stehen nun 17,9 Grad gegenüber. Doch 2003 waren die Voraussetzungen in Sachen Niederschlag wesentlich schlechter als diesmal – zumindest in der Region Solothurn. Wir hatten jetzt einen ausgesprochen nassen Winter, und einen Mai, der den viel zu trockenen April mit überdurchschnittlich viel Regen gut kompensierte. 2003 wirkte sich verheerend aus, dass die ganze erste Jahreshälfte schon massiv zu trocken gewesen war, was zu einer desolaten Lage bei den Fliessgewässern führte.

Starkregen zum Start

Warum durften wir dann einen himmlisch ruhigen Nationalfeiertag ohne das leidige «Klöpf» feiern, wenn es doch viel feuchter als 2003 gewesen ist? Nun, das liegt an der Qualität und am Timing der Regenfälle. Mehr als zwei Drittel der Monatsmenge kamen in den ersten sechs Julitagen herunter, und zwar als gewittriger Starkregen mit zweistelligen Litermengen innert weniger Stunden. Dieser Regen ging regelrecht «den Bach hinunter», war also wenig nachhaltig.

Die Gewitterphase vom 3. bis und mit 6. Juli wurde dann verdrängt durch eine länger anhaltende, mässig heisse Wetterphase mit Bise, welche die Bodenoberfläche extrem abtrocknete. Dieser Wettertypus blieb grosso modo bis am 20. Juli erhalten, ehe ein feuchtes Wochenende etwas Entlastung brachte. Allerdings versemmelten die Meteo-Profis die Niederschlags-Prophezeiungen gewaltig – statt vorausgesagter 20 bis 30 Liter gabs hier echt «solothurn-like» nur gerade mickrige 11 Literchen.

Ab dem 25. Aber folgte ein Hitzetag nach dem andern, nur am 28. unterbrochen durch gewittrige Schauer, die aber nicht besonders ergiebig ausgefallen waren. Immerhin durfte tout Soleure am Abend vorher die Mondfinsternis mit dem eineinhalbstündigen «Blutmond» bei wolkenlosem Himmel bestaunen.

Es bleibt heiss

Gewitterregen gabs in der Region am 1. August in der Region keinen, und es könnte sein, dass wir die 33 Grad des bisherigen Rekord-Hitzetags am 31. August am Wochenende noch toppen. Ebenfalls könnte es Tropennächte mit stets über 20 Grad geben – die hatten wir nämlich bis jetzt im Gegensatz zu 2003 (wenn auch knapp!) noch nicht.

Die Niederschlagstendenz tendiert bis nächsten Donnerstag gegen Null, dann könnte es (vorübergehend?) etwas kühler und feuchter werden. Ein Atlantiktief mit frühherbstlichen Regentagen im Gepäck ist aber nirgends in Sicht. Und so wird’s allmählich sehr kritisch für den Fischbestand – die Aare misst schon regelmässig mehr als 24 Grad.

Doch den Sommer 2003 werden wir nicht mehr überflügeln: Damals herrschte im August ebenfalls eine Bullenhitze, bis am 28. August die grosse Wetterwende den Jahrtausendsommer in die Wüste schickte. Das Monatsmittel im August 2003: 22,8 Grad – immer noch 1,1 Grad mehr als im jetzigen Juli gehabt!