Im März hat die GA Weissenstein ein Pilotprojekt lanciert und ein öffentlich zugängliches, kostenloses Wlan-Netz in der Solothurner Altstadt eingerichtet. Für Touristen und Viel-Surfer bringt das Netz zahlreiche Vorteile mit sich. Für die Umwelt hingegen kann das Netz eine zusätzliche Belastung bedeuten.

Elektrosmog lautet das Stichwort hierzu. Darunter versteht man die Luftverschmutzung, welche durch elektronische Geräte und Sender wie Mobilfunkantennen oder Wlan-Sender entsteht.

Auf den ersten Blick scheint es naheliegend, dass durch das öffentliche Wlan-Netz auch die Strahlenbelastung steigt, denn mehr Sender bedeuten auch mehr Emissionen. Dass dies nicht zwingend der Fall sein muss, bestätigt Elektrosmog-Experte Martin Gugler: «Wie sich die Belastung tatsächlich verändert, hängt von mehreren Faktoren ab. So spielt es unter anderem eine Rolle, wo genau die Sender montiert werden und mit welcher Leistung diese betrieben werden.»

Tiefe Strahlungswerte sind ein Eigeninteresse

Der Technische Leiter des Projektes Remon Krebs erklärt: «Unsere Sender wurden alle so platziert, dass die Interferenz mit Wlan-Sendern von den Bewohnern der Solothurner Altstadt und Mobilfunkantennen möglichst gering ist. Beim Platzieren der Sender wurde vor allem darauf geachtet, eine möglichst gute Netzqualität zu erreichen. Dies führe aber automatisch auch dazu, dass die Strahlenbelastung verringert wird.»

Die Leistung der verteilten Wlan-Sender sei mit 100 bis 200 Milliwatt so gering, dass keine Genehmigung eingeholt werden musste. Die geringe Leistung bedeute eine geringere Strahlenbelastung, aber eben auch eine kleinere Sendereichweite. Somit verfolge man mit dem Ziel, ein möglichst gutes Netz zu errichten, automatisch auch das Ziel, die Strahlenbelastung gering zu halten.

Schwache Strahlung durch Wlan

Martin Stocker von der kantonalen Fachstelle für betriebliche Luftreinhaltung, Lärm und Elektrosmog erklärt: «Eine Anlage muss erst ab einer Leistung von über 6 Watt angemeldet werden. Normale Wlan-Sender liegen weit unter dieser Grenze».

Ebenfalls wenig Bedenken scheinen unsere Leser zu haben. Bei einer von uns durchgeführten Umfrage haben rund 85 Prozent angegeben, dass sie das Wlan-Netz für eine gute Idee halten. Lediglich knappe 15 Prozent standen dem Netz kritisch gegenüber.

Martin Gugler mahnt jedoch auch bei einem Wlan-Netz zur Vorsicht: «Die Belastung durch ein Wlan-Netz kann durchaus beachtlich sein, gerade wenn jemand ein solches bei sich zu Hause eingerichtet hat. Weil der eigene Wlan-Sender bedeutend näher sein kann als die nächste Mobilfunkantenne, kann der eigene Sender die höhere Belastung verursachen.»