Feuerwehr Solothurn
Ein ganz normal-abnormales Jahr für die Feuerwehr

Am Gesamtrapport der Feuerwehr Solothurn blickte deren Kommandant Martin Allemann auf ein Jahr zurück, das zwar mit 251 Einsätzen ein normales war, dafür aber einige spezielle aufwies.

Mark A. Herzig
Drucken
Teilen
Der Altstadtbrand vom 29. März war das schlimmste Ereignis dieser Art seit dem Landhausbrand im April 1955. ww

Der Altstadtbrand vom 29. März war das schlimmste Ereignis dieser Art seit dem Landhausbrand im April 1955. ww

Die 251 Einsätze mit 2441 Stunden der Feuerwehr Solothurn im vergangenen Jahr entsprachen fast genau dem Zehnjahresmittel von 250; einsame Spitze hingegen waren 110 Falschmeldungen durch Brandmeldeanlagen. Allerdings ragten einige Ereignisse unter verschiedenen Aspekten heraus: In der St. Ursenkathedrale wurde mit geringem Aufwand ein äusserst grosser Schaden verursacht.

Beim Brand in der Hauptgasse schien es den Zuschauern wichtiger, mit Handys zu fotografieren und Bilder in die so genannten sozialen Netzwerke zu stellen als die Feuerwehr anzurufen. Und Hilfestellung für die Polizei in den Fällen eines Amoklaufs bzw. eines geistig Verwirrten auf einem Dach hat es für die Feuerwehr bisher noch nicht gegeben. Insgesamt wurden noch vier Brände mit nur einer Druckleitung verzeichnet, dazu 20 Wohnungsbrände, 50 Insekten- und diverse andere Einsätze.

Gute Ausbildung und Glück

Diese Ereignisse sind alle recht glimpflich abgelaufen, sei es, dass man gerade noch rechtzeitig eingreifen konnte, sei es, dass die Wetterbedingungen (Wind und Temperatur) günstig waren. Eine weitere, wichtige Tatsache darf aber nicht vergessen werden: Eine gründliche, systematische Ausbildung und ein guter Korpsgeist helfen, grössere Schäden zu vermeiden: «Alle Feuerwehrangehörigen sind mitverantwortlich bei der Erledigung der Aufgaben.» Nicht zuletzt darauf führt Kommandant Allemann die Tatsache zurück, dass keine Unfälle und keine Fahrzeugbeschädigungen (24555 Fahrkilometer und 4528 Liter Dieselverbrauch) zu verzeichnen waren.

Feuerwehrkommandant Martin Allemann

Feuerwehrkommandant Martin Allemann

Andreas Kaufmann

Im Bereich Ausbildung wurden neben der Grundausbildung 16 Gesamt-, 24 Offiziers- und Kader- sowie 38 Spezialistenübungen verzeichnet.

Verdiente Feuerwehrleute

Im Jahr 2011 wurden insgesamt 206 Personen zur Aushebung aufgeboten, von denen 120 erschienen; 56 hatten sich entschuldigt und 30 blieben der Aushebung unentschuldigt fern und wurden deshalb verzeigt. Sieben Personen des Aushebungsjahrgangs 1991 und vier anderer Jahrgänge sowie zwei Freiwillige wurden in die Feuerwehr Solothurn eingeteilt. Dagegen waren 23 Austritte zu verzeichnen, dies schwergewichtig wegen Orts- oder Arbeitgeberwechsel.

Befördert wurden Stefan Finger zum Feldweibel, Christian Wirz und Roland Zingg zum Wachmeister sowie Florian Baumann, Christian Dummermuth, Thomas Kaufmann und Bernard Meylan zu Gefreiten. Speziell verabschiedet wurden Bernhard Lehmann (18 Jahre), Markus Flückiger (34) und Korporal Rafael Scheeren (11). Sie haben zusammen Tausende Stunden Ausbildungen, Übungen, Pikettdiensttage, Einsätze und weitere Hilfeleistungen erbracht.

Fragen zum Hauptgass-Brand

Ihnen wie dem gesamten Korps dankte auch Stadtpräsident Kurt Fluri, der noch nie einen Gesamtrapport «seiner» Feuerwehr verpasst hat. Er wies auf die Wichtigkeit dieser Organisation hin, dies insbesondere auch im Hinblick auf die Veränderungen in Gesellschaft und Technik: «Siedlungen und Verkehr verdichten sich, die Ansprüche an die Technik inner- wie ausserhalb der Häuser steigen und die Kommunikationsmöglichkeiten werden immer vielfältiger.

Nutzen wir diese aber auch richtig?» fragte Fluri mit Bezug auf den Brand in der Hauptgasse. Er jedenfalls und mit ihm die Behörde und der Gemeinderat seien froh um ein Korps solcher Frauen und Männer, die sich den physischen wie psychischen Herausforderungen stellten.