Jugendarbeit
Ein flotter Berner für die Solothurner Jungen im Treff «Altes Spital»

Der neue Jugendarbeiter Christoph Ochsner sorgt im Treff «Altes Spital» für frischen Wind. Der Berner hat sich bestens eingelebt. Manchmal merkt er aber noch, dass er nicht von hier ist. Den Draht zu den Jugendlichen hat er bereits gefunden.

Carla Stampfli
Drucken
Teilen
Er hat sich eine Leidenschaft zum Beruf gemacht: Christof Ochsner, Jugendarbeiter im Alten Spital.

Er hat sich eine Leidenschaft zum Beruf gemacht: Christof Ochsner, Jugendarbeiter im Alten Spital.

Carla Stampfli

«Tschau Stöffu», begrüsst Sechstklässler Linus Weber den Jugendarbeiter Christof Ochsner und schreitet zum Sofa im Jugendtreff des Alten Spitals. Im Herbst ist Ochsner zum Team der Jugendarbeiter gestossen. Schon von klein auf engagierte er sich sozial. Unter dem Namen Panda war er bei der Pfadi in Köniz dabei. Heute instruiert der Jugend- und Sport Coach noch die Pfadi-Leiter. Dass er auch in Zukunft mit Jugendlichen arbeiten wollte, merkte der Berner bald. Deshalb nahm er berufsbegleitend das Studium in Soziokultureller Animation an der Hochschule Luzern auf. Seit zweieinhalb Monaten ist er im Alten Spital. «Ich habe mich tipptopp eingelebt. Manchmal merke ich aber, dass ich nicht von hier bin», so der 31-Jährige. Das Know-how müsse er sich aneignen, wie die Schulhaus-Standorte.

Gemeinsame Raumgestaltung

Das Pilotprojekt Jugendtreff öffnete am 26. Oktober im Alten Spitals seine Türen. Jeweils mittwochs von 13.30 bis 18 Uhr, sowie freitags bis 21 Uhr können Jugendliche den Treff besuchen. «Wir betreuen sie im offenen Rahmen, denn der Treff soll ihr Raum sein», erklärt Ochsner. Aktivitäten wie Siebdrucken, Graffiti, Winterspiele oder Partys stehen auf dem Programm. Auch Linus Weber schätzt den Treff. Zusammen mit seinen Schulkollegen kommt er jede Woche zum «gamen oder töggelen». Zudem ist am Freitagabend Kulinarisches angesagt. Die Jugendarbeiter gehen mit den Jugendlichen einkaufen, dann wird gekocht.

«Die Jugendlichen sollen sich in einem ungezwungenen Rahmen ausleben können. Wir schauen, dass wir ihre Bedürfnisse abholen können», sagt Ochsner. Der Jugendtreff ist nicht nur ein Treffpunkt, sondern auch eine Anlaufsstelle, die auf Hilfsangebote oder auf weiterführende Stellen hinweist. Wichtig sei es, eine vertrauensvolle, stabile Beziehung zu den Jugendlichen aufzubauen. «Bei einigen dauert dieser Prozess länger, bei anderen geht der Knopf sofort auf», erklärt der Berner.

Um den Zugewinn fürs Team der Jugendarbeit weiss auch die Fachverantwortliche Jugend, Barbara Kläsi. Männer seien in der Jugendarbeit immer gefragt. «Im Moment liegt der Schwerpunkt von Christof im Jugendraum. Es ist wichtig, dass er Beziehungsarbeit leisten kann». Denn die Jugendlichen kämen nicht nur, um sich im Raum auszuleben, sondern auch, um ein Leitbild oder eine Vorbildfunktion zu suchen.

Offene Jugendarbeit

Die Jugendarbeit des Alten Spitals befindet sich zurzeit im Wandel. Wenn früher enger mit Schulen zusammengearbeitet und nur kurze Kontakte zu Jugendlichen geknüpft wurden, zeigt sich die Jugendarbeit heute offener. Die aktive Teilnahme wird im Jugendtreff gross geschrieben und unterschiedliche Gruppen hinsichtlich Alter, Interessen, Nationalität und Geschlecht werden miteinbezogen. Das Pilotprojekt Jugendtreff endet im Oktober 2013. Bis dahin bestreitet das Alte Spital den Aufwand mit eigenen Mitteln. Bewährt es sich, werde man sich über eine externe Finanzierung Gedanken machen. Inzwischen sind auch die anderen Kollegen von Linus Weber eingetroffen. «Stöffu» macht sich an die Arbeit...