«Raum für Alle»
Ein Fest zeigt auf, was auf dem Solothurner Henzihof-Areal möglich ist

Ein Kollektiv hat am Samstag zum beschaulichen Anlass auf dem Henzihof-Areal eingeladen. Unter dem Motto «Raum für Alle» will man auf die Bedürfnisse nach einem alternativen Kulturzentrum aufmerksam machen.

Katharina Arni-Howald
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Im Henzihof-Areal in Solothurn war am Samstag einiges los.
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Raum für alle RufA
Es wird gegessen und getrunken, geplaudert und verschiedenen Aktivitäten gefrönt.

Im Henzihof-Areal in Solothurn war am Samstag einiges los.

michelluethi.ch

Im Lusthäuschen beim Henzihof ist es mucksmäuschenstill. Kinder und Erwachsene lauschen gespannt den Worten von Ursula Hofer. Die Märchenerzählerin führt die kleine Gemeinde in die Geschichte des Riesen Morgazea ein, der seine Seele verloren hat und nicht mehr ins Königreich zu seinem Vater zurückkehren kann. Ob der kleine Junge mit der Flöte ihm helfen kann?

Draussen zwischen den alten Obstbäumen, die bald wieder in Blüte stehen werden, vergnügen sich an diesem schönen Frühlingsnachmittag vor allem junge Leute. Es wird gegessen und getrunken, geplaudert und verschiedenen Aktivitäten gefrönt. Vor der Bühne in der Hostet weiht ein Slam-Poet eine kleine Gruppe in die Eigenheiten der Stadt Bern ein. Irgendwo auf der grünen Wiese bereitet sich eine «Fürobe»-Band auf ihren Auftritt vor. Es ist offensichtlich: Dieser Ort eignet sich hervorragend zum Verweilen und Geniessen.

Eingeladen zum beschaulichen Anlass hat das RuFA-Kollektiv, das mit dem Motto «Raum für Alle» auf die Bedürfnisse nach einem alternativen Kulturzentrum aufmerksam machen möchte. Dau gehört auch Nora Steffen vom Kiezkollektiv, das sich ebenfalls für einen derartigen Begegnungsort einsetzt und 2016 beim Jugendprojektwettbewerb vom Kanton Solothurn den ersten Preis gewonnen hat. «Das Preisgeld von 4000 Franken ermöglicht es uns nun, solche Anlässe mitzufinanzieren und auf unsere Anliegen aufmerksam zu machen.»

Zu diesen zählt nebst generationenübergreifenden Vernetzungen auch der Wunsch, die Öffentlichkeit für die Bedürfnisse von verschiedenen Altersgruppen zu sensibilisieren, Lösungen zu finden, am gleichen Strick zu ziehen und – wie an diesem Tag – Feste zu organisieren und zu feiern. «Heute können wir zum ersten Mal zeigen, wie wir uns dies in der Praxis vorstellen», freut sich Nora Steffen.

Geradezu dafür angeboten hat sich die Zusammenarbeit mit dem Quartierverein Weststadt, deren Präsidentin Bea Beer gut gelaunt die angenehme Stimmung geniesst: «Alle sollen diesen schönen Platz hier geniessen können. Wir sind gerne bereit unterschiedliche Gruppierungen dabei zu unterstützen. Je mehr Leute diesen Ort nutzen, desto lebendiger wird es hier.»

Mireille Gasche ist Gartengestalterin von Beruf und gehört ebenfalls zur Kiez-Bewegung. Das Hochbeet, das auf dem Lusthäuschen-Areal zurzeit Gestalt annimmt, hat sie gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Nico Allemann von «cumNatura» geplant. Ebenso die bereits fertiggestellte Kompostierungsanlage, die sie den Besuchern stolz präsentieren kann. «Alle Quartierbewohner haben die Möglichkeit, hier ihre Abfälle zu entsorgen», sagt sie und freut sich, wenn davon auch rege Gebrauch gemacht wird, denn, so auch sie: «Alle sollen von diesem Ort profitieren können.»

Geplant sind bereits entsprechende Aktionstage und Workshops. Mireille Gasche ist wie alle anderen Festveranstalter überzeugt: «Wir müssen zur Mutter Natur Sorge tragen.» Deshalb gibt es an diesem Tag statt Abfalleimern für Plastikgeschirr eine Abwaschstation, wo den eigennützigen Helfer die Arbeit nicht ausgeht.

Voll und ganz dabei ist an diesem Tag auch die soeben gewählte Präsidentin der Grünen Kanton Solothurn, Laura Gantenbein, die sich auf verschiedenen Ebenen für die Jugend einsetzt. «Wir glauben an ein alternatives Kulturzentrum, an dem alle Solothurnerinnen und Solothurner uneingeschränkt teilhaben können», macht sie sich wie ihre Mitstreiter für das Ziel stark, das Areal Lusthäuschen, Henzihof und Obstgarten auch in Zukunft als Begegnungsort nutzen zu können.

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