Blitzer sind jene Typen, die unerwartet plötzlich füdliblutt bespielsweise über einen Fussballplatz «blitzen» oder vielmehr flitzen. Machten wir früher auch mal, an einem alkoholgeschwängerten Abend in Derendingen. Wer im Suff und jugendlichen Übermut die falsche Zahl würfelte, musste einmal rund ums Haus rennen. Blitzschnell waren wir, denn draussen tobte ein veritabler Schneesturm. Und der birgt die Gefahr von Blitzeis. Überall. Drum waren wir so rasch wieder drinnen.

Blitzschnell ist es auch in Solothurn gegangen. Noch eben erfreuten sich die Von-Roll-Kids in der Altstadt an der selbst gebastelten Natureisbahn und staunten wir über den Eisberg auf dem Kronenplatz, der jede «Titanic» zum Sinken gebracht hätte. Blitzblank geputzt zeigte sich der Platz anderntags, bevor Werkhofchef Patrick Schärer plötzlich zum Blitzableiter geworden wäre. Denn wenn das so weitergeht, will auch die Suteria bald wieder draussen «stuhlen». Die «Couronne» liess sich ja all die Wintermonate nie beeindrucken und machte draussen trotz Eis und Schnee stets auf «liebe Mobiliar». Doch fertig Weiss – wie gewonnen, so zerronnen. Der Chestelemuni hat das Marroni-Wetter gesehen, und bereits wurde das Aufstellen der Hafebar publiziert, damit wir dann ab Mitte April das Feierabendbier wieder draussen geniessen können.

Potzblitz! Da hat Kollege Wagmann aber gestaunt: Vor sechs Jahren wollte er seiner österreichischen Redaktions-Kollegin die Stadt zeigen und sie bei der Erstbesteigung des 62 Meter hohen St. Ursenturms begleiten. Sie musste jedoch bald ganz alleine weiterklettern – ihr Begleiter kehrte nämlich im Turminnern unverhofft um. Wegen Höhenangst – so ein «Schämer»! Denn jetzt ist ausgekommen: Kollegin Marlies Czerny hat im letzten Jahr alle 82 Viertausender der Alpen bestiegen. Donnerwetter!

Blitz und Donnerwetter kommen oft mit dem Frühling daher. Wir warten schon lange darauf, nachdem uns eine Abstimmung wie in Biberist und zuletzt in Hägendorf vorenthalten worden ist. Beide Gemeinden hatten ja hochkant «Nein danke!» zu Tempo 30 gesagt. Unser Stadtpräsident sieht das aber plötzlich anders und behauptet, die Bevölkerung wünsche sich solche «Schleicher-Regimes» förmlich herbei. Im Gemeinderat dagegen tönte das von ihm vor nicht allzu langer Zeit noch ganz anders – da war Kurt Fluri wegen des BSU-Fahrplans gegen Tempo 30 generell. Item, wir hatten ja ohnehin nichts dazu zu sagen, drum warten wir nun gottergeben auf den Blitz und das anschliessende Donnerwetter, wenn wir in eine Radarfalle gerasselt sind. Wir, die jeden Tag konfrontiert sind mit unserer «Sankt-Niklaus-Stroof».