Badi Solothurn

Ein Dach über dem Kopf, damit es stets 10 Grad warm bleibt

Ungewohnter Anblick in der Badi Solothurn: Ein Zelt von fast schon «oktoberfest-artigen» Ausmassen überdeckt das Sportbecken. Dieses wird aktuell saniert - und die Arbeiten sollen auch im Winter weitergeführt werden können.

Eine Party in der Badi mitten im Winter? Wer auf die Grossbaustelle des Sportbeckens blickt, die sich seit Saisonende aufgetan hat, könnte zu diesem Schluss kommen. Doch das riesige weisse Partyzelt vor dem Sprungturm hat einen anderen Zweck. Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt: «Das Zelt dient als Witterungsschutz, damit die Betonsanierungsarbeiten auch über die Wintermonate ausgeführt werden können.»  Vorgesehen sei, dass das Zelt bis ungefähr Mitte März 2020, also rund vier Monate, stehen bleibe. Das Zelt sei regen- wind und schneesicher und werde mit mobilen Ölheizungsgebläse temperiert, so dass im Zeltinnern eine Temperatur von mindesten 10 Grad sichergestellt werden kann, ergänzt Lenggenhager.

Ausmasse, die auch einiges kosten

Das Zelt hat riesige Ausmasse, muss es doch den gesamten Bereich des Sportbeckens sowie der Sprunggrube überdecken. Es misst deshalb über dem Sportbecken rund 54 auf 25 Meter und über der Sprunggrube rund 17 auf 24 Meter. «Die gesamte überdachte Fläche beträgt dadurch rund 1750 Quadratmeter», rechnet die Leiterin des Stadtbauamtes vor. Entsprechend sind auch die Mietkosten recht hoch, wurden doch Im Kostenvoranschlag 255'000 Franken für die Montage, Miete, Demontage und Heizkosten vorgesehen. Die Arbeiten für die Montage, Miete und Demontage hätten im Konkurrenzverfahren jedoch dann für 202'000 Franken  vergeben werden können. Und: «Die Heizkosten werden nach effektiven Verbrauch abgerechnet.»

Was getan ist, und was noch bevorsteht

Bereits können schon einige Arbeiten in der Badi abgehakt werden. Andrea Lenggenhager: «Die Baumeisterarbeiten für die Anpassungen des Sportbeckens mit dem Versetzen einer Beckenstirnwand, damit dieses FINA (swiss-swimming) homologiert werden kann sowie die Anpassungen im Bereich Sprunggrube, damit die aktuellen Vorgaben der BfU und SUVA bezüglich Eintauchbereiche eingehalten werden, sind abgeschlossen.» Weiter seien die Stehstufen auf der neuen Höhe betoniert, die Verbindungsleitungen zwischen der Technikzentrale und dem Sportbecken neu verlegt und der Graben wieder zugedeckt worden. Bereits zu einem grossen Teil ausgeführt seien auch die Kernbohrungen und Anpassungen im Bereich Leitungsdurchdringungen im Beton.

«Als nächstes wird mit der eigentlichen Betonsanierung begonnen. Diese Arbeiten sind bis ungefähr Mitte Januar 2020 beendet», so Lenggenhager. Ab Mitte Dezember 2019 sollen die Beschichtungsarbeiten im Bereich des Ausgleichsbeckens beginnen, die gegen Mitte Januar  im Bereich Sportbecken weiter gehen. «Die technische Installation bestehend aus der Montage der Leitungen und Einströmdüsen sowie die Elektroinstallationen starten ab Mitte Januar.» Nach der Demontage des Zeltdachs Mitte März werde die Umgebung wieder instand gestellt, dabei gehe es um die Ansaat der Baupiste, das Setzen der Gartenplatten im Bereich des Beckenumgangs.

Keine Verzögerung zu erwarten

Noch in frischer Erinnerung sind die Verzögerungen bei der Sanierung des Sportbeckens im Schwimmbad Zuchwil, das damit erst Ende Juni die Saison richtig eröffnen konnte. Eine spätere oder nur teilweise Eröffnung in Solothurn schliesst Andrea Lenggenhager aus: «Wir sind im Terminprogramm. Mit den erwähnten Massnahmen gehen wir klar davon aus, dass das Freibad Mitte Mai 2020 wieder ordnungsgemäss, also auch mit der Benutzung des  Sportbeckens eröffnet werden kann.«

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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