Mit dem Umzug der Sek I ins Schützenmatt-Schulhaus wird nämlich im «Hemmli» Platz frei. Die Schulenplanung 2012/13, die für die Gemeinderatssitzung vom kommenden Dienstag traktandiert ist, fokussiert sich neben anderen logistischen Aufgaben im städtischen Schulwesen auch auf diese eine Herausforderung.

Die Variante «Förderzentren»

Nachdem die Schulleitungen zusammen mit politischen Vertretungen mehrere Varianten ausgearbeitet hatten, wie die Räumlichkeiten der Primarschulhäuser zu nutzen seien, nahm das anstehende Platzproblem die Lösung im Grunde vorweg: Gemäss Variante «Förderzentren» sollen ab 2013/14 alle Fünftklässler und ab 2014/15 alle Sechstklässler im «Brühl» und insbesondere im «Hermesbühl» die Schulbank drücken – in neuen gebildeten, sozial durchmischten Klassen.

Mit dieser Lösung liegt man zwischen dem Status quo der Quartierschulhäuser, welcher der Schülerentwicklung nicht standhalten wird, und der «Maximalvariante», die Schulstufen standortweise aufzugliedern.

«Raum sinnvoll nutzen»

Doch auch die Mittelweglösung dürfte nicht bei allen auf Gegenliebe stossen, einerseits wegen neu zusammengewürfelter Klassen, andererseits wegen längerer Schulwege. CVP-Gemeinderätin Barbara Streit-Kofmel erinnert sich an Elternreaktionen, die schon früher bei Klassenauflösungen von der 4. in die 5./6. Klasse aufkamen.

Gleichzeitig wendet sie ein: «Ich sehe die Platznöte und kann das Anliegen verstehen, das hinter der Schulraumplanung steht: Die Frage ist, wie sich zur Verfügung stehender Raum sinnvoll nutzen lässt.» Aber an erster Stelle stehe das Kindwohl: «Die Lösung muss verträglich und möglichst wenig invasiv für die Schüler sein», so Streit weiter.

«Chancengerechtigkeit sicherstellen»

Die Raumlogistik ist nicht einziger Grund für die Variante «Förderzentren». Für Schuldirektorin Irène Schori fällt auch ein anderer Aspekt ins Gewicht: «Mit dieser Lösung können wir die Chancengerechtigkeit sicherstellen.» Bei der Zusammensetzung der Schüler klaffen gerade zwischen «Fegetz» und «Brühl» Unterschiede.

In sozial durchmischten Klassen würde der Ausländeranteil dann jeweils 20bis 25 Prozent betragen. «Bei einer Klasse mit 20 Schülern käme man auf rund 5 mit anderem kulturellen Hintergrund – eine gesunde Klassenstruktur.» Erwiesenermassen gebe es für begabtere Kinder keine Nachteile, für benachteiligte Schüler hingegen durchaus Vorteile.

Auch die umgesetzte Durchmischung bei der SekI habe sich schon als positiv herausgestellt. Entsprechende Pläne über Schulwege per pedes oder per Velo sollen zudem ebenso in die Klassenbildung einfliessen, wie auch die Frage auseinandergerissener Freundschaften. «Verträglichkeiten und Unverträglichkeiten werden ebenfalls berücksichtigt werden», so Schori. Widerstand gegen die Pläne schliesst sie nicht aus, hofft aber auf ein «gesamtstädtisches Denken, das sich an der Schulentwicklung orientiert.»