Konzertsaal

Ein altes Brauchtum lebt weiter – der Volkstanz erobert die Solothurner Herzen

Kerzenlicht, Länderkapelle, Trachten, Kurtänze und Showeinlagen: Die erste grosse Volkstanzgala im Konzertsaal in Solothurn war ein voller Erfolg.

«Zuerst war es eine Vision, später ein Projekt und schliesslich ein Event». Theres Munzinger von der Trachtenvereinigung Solothurn und Mitorganisatorin der Volkstanzgala im Konzertsaal kann nach einer langen Nacht aufatmen: «Es war eine grosse Herausforderung, aber wir haben etwas bewegt, das in der Schweiz so noch nie stattgefunden hat.» Initiiert wurde der Volkstanz-Anlass von einem Team rund um den im April verstorbenen Solothurner Volkstänzer und Tanzexperten Beat Roemmel, der an diesem Abend sichtlich fehlte.

Blenden wir ein paar Stunden zurück: Der Konzertsaal ist in Kerzenlicht getaucht, auf der Bühne spielen abwechslungsweise die Oberbaselbieter Ländlerkapelle und das Duo Spotlight. An langen Tischen haben sich Trachtenleute und Tanzinteressierte zum Gala-Dinner versammelt. Auf dem Tisch liegt ein umfangreiches Programmheft auf Hochglanzpapier.

Die Organisatoren haben es sich etwas kosten lassen. Barbara Luder, Präsidentin des Solothurner Trachtenverbandes, begrüsst die Anwesenden und lobt die Solothurner Sektion mit den Worten: «Es ist erfreulich, wenn etwas Neues ausprobiert wird.»

Das Publikum tanzte mit

Die Atmosphäre ist bezaubernd, die Erwartungen sind hoch. Bald werden die Moderatoren Theres Munzinger und Meinrad Kofmehl die besten Volkstanzteams der Schweiz ankünden. Sie alle traten an diesem Abend in einem tänzerischen Wettstreit gegeneinander an. Bewertet von den bekanntesten Volkstanzexperten und sieben ausgewiesenen Wertungsrichtern. Nebst den Trachtengruppen Tafers, Kerzers, der Innerschweizer Trachtenkommission ITTK sowie einer Gruppe junger Volkstänzer (Jestavo) aus der Deutschschweiz zeigen auch die Solothurner Delegationen SOtanzt und die Kantonale Volkstanzgruppe Solothurn, dass sie beim Teamwettbewerb punkten können.

Doch mit dem Wettbewerb allein begnügt sich die 1926 gegründete Trachtenvereinigung Solothurn Stadt als Gastgeberin nicht. Auf Begeisterung stossen zwischen den Kürtänzen Showeinlagen von Tanzpaaren aus dem Standard-Latin-Bereich. «Es lag uns sehr daran, das Programm nicht nur auf den heimischen Volkstanz zu begrenzen, sondern auch andere Tanzstyle einfliessen zu lassen», so Theres Munzinger.

Das «Urbedürfnis des Menschen»

Wer Tanzveranstaltungen besucht, der kann bekanntlich nicht lange stillsitzen. Das ist an diesem Abend nicht anders. Eine gute Idee also, zwischen den Küren und Showblocks auch beim Publikum für Bewegung zu sorgen. Wer kann, lässt sich nicht lange bitten und schwingt gekonnt das Tanzbein auf dem grosszügig ausgesparten Parkett. Denn wie heisst es im Programmheft: «Tanzen ist ein Urbedürfnis der Menschen». Das bezweifelt niemand, der weiss, dass dies bereits auf indischen Höhlenmalereien festgehalten ist.

Die erste grosse Volkstanzgala ist zur Freude der Organisatoren und zahlreichen Helfern gelungen. Wie aber geht es nun weiter? Theres Munzinger: «Wir wissen noch nicht, ob wir das Projekt weiterführen werden und der Austragungsort auch das nächste Mal Solothurn sein wird.»

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