Solothurn Classics

Eigene Garderobe, Toilette und 24-Stunden-Butler für José Carreras

Die Reithalle ist für die Solothurn Classics von Mittwoch bis Samstag bereit. Besonders bemüht ist man um José Carreras. Der Startenor hat eine eigene Künstlergarderobe - und auch eine private Toilette.

«Kann ich das hier für Signore Carreras abgeben?», fragt eine Dame auf Englisch mit italienischem Akzent. Sie ist aus Savona für den Startenor angereist, der das Solothurn Classics am Mittwoch eröffnen wird. Sie übergibt ein Geschenktäschchen an Platzchef René Meyer: «Er singt mit Seele», schwärmt sie von ihrem Idol. Und so putzen sich nicht nur die Fans für die grossen Stimmen heraus. Auch das Festival bringt sich auf Vordermann. Für José Carreras ist ein eigenes Kabäuschen als Künstlergarderobe hergerichtet, ebenso eine Privattoilette.

Für ihn und seine Entourage ist eine Villa im Parkforum Wylihof reserviert, ein 24-Stunden-Butler inklusive. Auch die Verpflegung ist minuziös geregelt. Den Anforderungen, die das Wiener Management stellt, will man auch in Solothurn, abseits der grossen, festen Konzerthäuser gerecht werden: Mehr als zehn Seiten umfasst der Technical Rider, den Meyer in Sachen Carreras in der Hand hält, zusätzliche Seiten enthalten die Angaben für die Hotelunterbringung.

Doch bei allen Musikern soll für Komfort gesorgt sein:

Die rund 20 Musiker und Solisten, die am Solothurn Classics auftreten, werden individuell von einem Transportservice abgeholt, «in einem Mercedes S», wie Meyer verrät. Die Ankunft Carreras aus Tokio war auf Dienstagnachmittag angesetzt, andere reisten aus Dublin, Wien oder Hamburg an. Der ganze Transport erfolgt über die VIP Security Solothurn – genauso wie die Sicherheitsaufgaben: «Das beinhaltet auch einen Personenschutz für Carreras.» Ebenso ist der Sicherheitsdienst zuständig, dass sich ausserhalb der Spielzeiten oder beim Aufbau niemand in die Reithalle schleicht.

Zahlreiche Helfer am Werk

Nachdem am Montag die Aufbauarbeiten für knapp 800 Zuschauerplätze in der Reithalle begonnen hatten und die Bühne und Tribüne errichtet wurden, wurde am Dienstag das Vorzelt aufgestellt. Bald konnte man sich bereits der Feinabstimmung zuwenden – im wahrsten Sinne: Erste Bühnenproben fanden statt, und der Steinway-Flügel auf der Bühne muss mehrfach vor den Konzerten nachgestimmt werden – «das erfordern die schwankenden Temperaturverhältnisse», so Meyer.

Rund 30 Leute in den Bereichen Aufbau, Sicherheit, Dekoration, Beleuchtung, Tontechnik und Reinigung wirken an den Solothurn Classics mit, dazu Freiwillige aus dem Verein Freunde Solothurn Classics, die als Platzanweiser und an der Abendkasse tätig sind. René Meyer selbst behält als Platzverantwortlicher den Überblick vor Ort. Sein mobiles Büro, der «fliegende Koffer» wie er ihn nennt, befindet sich noch behelfsmässig in Carreras Künstlergarderobe. Doch nicht mehr lange...

Solothurn Classics 17. bis 20. Juni. Das Rezitalkonzert von Sonntag mit Ambrogio Maestri entfällt aus Gründen, die die Organisation nicht näher erläutert hat. 

Infos: www.solothurnclassics.ch

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