Asche zu Asche, Staub zu Staub - die biblische Wendung über die Vergänglichkeit allen Irdischen ist zwar grösstenteils zutreffend. Aber wie das Beispiel des Krematoriums Solothurn beweist, bleibt neben der Asche auch noch was anderes übrig: So verfüge gerade das hiesige Krematorium dank seiner modernisierten Anlage mit Aschenmühle die Möglichkeit, unverbranntes Zahngold und weitere Edelmetalle des Verstorbenen - beispielsweise von Ringen oder Uhren - aufzufangen und somit theoretisch auch weiterzuverwerten.

Dies berichteten am Dienstag die Radiosendung «Espresso» und die TV-Sendung «Kassensturz». Dass man die Edelmetalle in Geld ummünze, sei lediglich in Solothurn und Rüti ZH üblich, zeigen Recherchen des Schweizer Radio und Fernsehen SRF weiter.

Während in Rüti der Erlös aus den Übrigbleibseln aus Gold, Silber und Platin einem karitativen Zweck zugeführt werde, fliesst der Betrag in Solothurn in die Spezialfinanzierung für den Friedhof.

Jährlich rund 40'000 Franken

«Wir rechnen auf Grundlage von 2012 mit einem jährlichen Erlös von rund 40 000 Franken», informiert Stadtschreiber Hansjörg Boll auf Anfrage. Während sich laut SRF der Schweizerische Verband für Feuerbestattung an der Solothurner Praxis stosse, gebe es gute Gründe für die Vorgehensweise im hiesigen Krematorium.

«Wir haben die Angelegenheit juristisch abklären lassen und festgestellt, dass es so machbar ist», erklärt Boll und verweist weiter darauf, dass das Vorgehen nichts mit Habgier zu tun habe: «Wenn wir schon aus umweltschützerischen Gründen eine Rauchfanganlage und mit Aschenmühle installieren, wäre es widersinnig, die metallischen Überreste im Boden einzugraben.»

Auch sonstige Fremdstoffe (zum Beispiel Prothesen), entferne man aus der Kremationsasche. Handlungsbedarf sieht man auf der Stadtverwaltung lediglich, was die Information der Bestatter oder der Angehörigen eines Verstorbenen angeht: «Wahrscheinlich werden wir einen entsprechenden Passus im Bestattungsreglement einfügen», so Hansjörg Boll.