René Uebersax’ Traditionsmetzg und -imbiss am Hauptbahnhof ist seit letzten Montag Vergangenheit. Nach 17 Jahren und einem Umsatzeinbruch von rund 50 Prozent dreht der 61-jährige Metzger den Schlüssel an der Zuchwilerstrasse. «Als ich hier anfing, war das Geschäft eine Goldgrube. Ich hatte super Umsätze», erinnert er sich. Doch gerade die letzten Jahre haben Uebersax keine verheissungsvollen Zahlen mehr beschert. Einerseits war es der kürzliche Bahnhofsumbau und der zeitweise nach Süden verlagerte Personenumschlag, der ihm zusetzte: «Haufenweise Cars und Privatautos haben Zufahrt und Parkplätze blockiert.»

Machtlos gegen Drogenumschlag

Als zweiten Grund nennt Uebersax die Szene der Drogendealer, der die Kunden gerade in der letzten Zeit abschreckte. Laut seiner Einschätzung habe auch der Sicherheitszirkel der Stapo, Kapo und Transportpolizei keine Besserung bewirkt: «Im Gegenteil, es ist schlimmer geworden.» Und offenbar warnen die Dealer einander gegenseitig per Handy, noch bevor die Polizisten heranrücken. Als dritten Faktor führt Uebersax schliesslich die Mittagsöffnungszeiten im Denner vis-à-vis an. Gerade dessen konkurrenzlose Preise und eine grosse Fleischauswahl setzten der Metzg zu. «Doch dagegen kann man sich ja nicht gross wehren», sagts und zuckt mit der Schulter.

Unklare Zukunftsaussichten

Nach René Uebersax’ Geschäftsaufgabe bleiben in Solothurn noch drei übrig: Wälchli AG Metzgerei, die Metzgerei Bommer und Wanners Pferdemetzg. Demgegenüber zählte Solothurn in den Fünfzigern noch rund 40 Metzgereien. Für Uebersax bleibt jetzt eines übrig: das Aufräumen und Putzen. «Ich habe bereits meine Privatwohnung gewechselt. Wie es nun beruflich weitergeht, weiss ich allerdings noch nicht.»