Informatikunterricht, digitale Wandtafeln, Lernforen, Sensibilisierung für neue Medien: Das interaktive Klassenzimmer ist längst Realität geworden. Ab nächstem Jahr gehen auch die Stadtschulen einen neuen Schritt in diese Richtung. Wie Schuldirektorin Irène Schori in einem Brief an die Elternschaft mitteilt, wird die digitale Ausstattung der Primarschulen um eine Neuerung reicher.

Unter der Strategie der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) werden neu für alle Schülerinnen und Schüler der dritten Klasse Tablet-Computer eingeführt. Mit einem persönlichen Gerät wird der Fächer an Möglichkeiten, um schulische Aufgaben zu erledigen, erweitert.

Anfang 2015 gehts los

Diesem Entschluss ging eine zweijährige Testphase im Schulhaus Wildbach bei der dritten/vierten Klasse von Verena Deppe voraus. Die Klasse konnte im Rahmen des kantonalen myPad-Projekts der Fachhochschule Nordwestschweiz Unterrichtserfahrungen im Umgang mit Tablets machen. «Die positiven Rückmeldungen der Lehrpersonen und Schüler haben uns darin bestärkt, ein Projekt, beginnend mit allen altersgleichen städtischen Klassen, zu starten», gibt Schori bekannt.

Konkret ist bereits Anfang 2015 als Einführungstermin geplant. Zur Verfügung gestellt werden die Geräte durch die Firma Samsung, die nach eingehender Prüfung als Projektpartner für eine Kooperation ausgewählt wurde. Dabei werden die Geräte, die bis und mit der sechsten Klasse in Obhut der Schüler bleiben, über eine gesamthafte Versuchsdauer von vier Jahren zur Verfügung gestellt. Die Erkenntnisse und Evaluationen aus dieser Pilotphase sollen dann in die ICT-Strategie der Jahre 2018/19 einfliessen.

«Für die Stadtschulen ist dieses Projekt eine Chance und Herausforderung zugleich. Alle lassen sich auf einen Lernprozess ein, in welchem es immer wieder neue Fragen zu klären geben wird», so Schuldirektorin Schori.

Schulung der Lehrer nötig

Für viele Schüler, aber auch für einige Lehrer sei dieser Schritt Neuland. Nach einer ersten technischen Schulung soll es für das Lehrpersonal entsprechende pflichtmässige Weiterbildungsmodule für die pädagogisch-didaktische Anwendung des Tablets geben. «Trotz des anfänglich erhöhten Arbeitsaufwands haben sich alle betroffenen Lehrpersonen für ihre Teilnahme am Projekt ausgesprochen», weiss Schori weiter.

Der Einsatz der Tablets soll anhand fortlaufender Erfahrungen schrittweise erfolgen. Hat die Lehrperson die Möglichkeiten des Tablets erfasst, wird sie ihre Schülerinnen und Schüler entsprechend anleiten und geeignete Aufträge formulieren können. Um den Nutzen der Tablets zu eruieren, werden die Schülerinnen und Schüler zweimal pro Schuljahr an elektronischen Befragungen teilnehmen müssen. Anfänglich bleiben die Geräte noch in der Schule. Aufgrund von Klärungsprozessen soll dann entschieden werden, ob und falls ja, mit welchen Vorkehrungen die Tablets mit nach Hause genommen werden dürfen.

Für Frühling 2015 ist eine offizielle Informationsveranstaltung zum Tablet-Projekt unter Einbezug der Firma Samsung geplant. (ak/mgt)