Solothurn
Drei von fünf Filialen von «Cristina's» werden schon wieder geschlossen

Daniela Jäggi schliesst im nächsten Sommer drei ihrer fünf Kleiderboutiquen «Cristina’s» in der westlichen Altstadt von Solothurn. Laut der Geschäftsführerin seien die Umsätze eingebrochen.

Andreas Kaufmann
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Da war die Welt noch in Ordnung: Daniela Jäggi (r.) feiert 2008 mitEx-Miss-Schweiz Christa Rigozzi ein Jahr «Cristina’s».

Da war die Welt noch in Ordnung: Daniela Jäggi (r.) feiert 2008 mitEx-Miss-Schweiz Christa Rigozzi ein Jahr «Cristina’s».

Felix Gerber

Es waren beherzte Entscheide zur Expansion, die Daniela Jäggi in den letzten fünf Jahren gefällt hat: Seit der Eröffnung ihrer ersten Kleiderboutique «Cristina’s» an der Hauptgasse 4 2007 folgten bis heute vier weitere Läden, die die Geschäftsfrau in der westlichen Altstadt in rasantem Tempo verwirklichte.

«Back to the Roots» heisst es nun: «Wie ich damals angefangen habe, fahre ich weiter», bedauert Jäggi. Denn: Im August 2013 werden drei der fünf Boutiquen ihre Tore schliessen: «Sarah» für alltägliche Berufs- und Freizeitbekleidung an der Hauptgasse 1, «Dania» mit Anschlussgrössen am Stalden 4 und «Cristina’s Uomo» mit Herrenmode am Stalden 13. Damit bleiben lediglich das Erstgeschäft «Cristina’s» sowie der Outlet an der Schmiedegasse 9 erhalten.

Viel Kampf um weniger Umsatz

«Ich habe den Entscheid nicht leichtfertig getroffen», betont die Geschäftsinhaberin und nennt als Grund die prekäre Wirtschaftslage, die im Detailhandel herrscht: «Die Kundenfrequenzen sind zurückgegangen, die Umsätze eingebrochen», beschreibt sie die Situation. Zudem seien die vertretenen Labels zum Teil nicht mehr existent oder ins Ausland abgewandert, was gerade die Warenbeschaffung erschwere. Das Unternehmen sei zu klein, um für jeden Mantel und jede Hose ins Ausland zu reisen und zu ordern. Zudem hat sie den Eindruck, «95 Prozent der Zeit nur noch kämpfen, abwehren und Sitzungen abhalten zu müssen.» Mit Preisreduktionen wollte Jäggi unterdessen gegensteuern, was im Hauptgeschäft funktionierte, da der Kundschaft der Preisunterschied auffiel, aber eben nur dort. «So stand ich mit nun 45 Jahren vor der Entscheidung, ob ich das weitermache oder die Handbremse ziehe.»

Wie ihrem Geschäft gehe es vielen in der Branche. Mitschuld trägt dabei der Online-Handel, «der uns das Genick bricht». Es gebe dreiste Leute, die in den Geschäften Etiketten mit dem Handy fotografieren und die Ware zu Hause per Internet bestellen. «Also bieten wir zwar den Service an, haben aber am Abend dennoch leere Kassen. Und in Orten wie Zürich oder Bern ist die Lage nicht anders als in Solothurn.» Für Jäggi ist auch klar, dass die negative Entwicklung der Detailhandels-Branche noch nicht an der Talsohle angekommen ist.

Bereits Nachmieter gefunden

Vom Schliessungsentscheid sind indes drei Voll- und drei Teilzeitstellen der «Cristina’s»-Gruppe betroffen. Gerade dies schmerzt Jäggi am meisten, denn «mit allem anderen habe ich weniger Mühe.» Zumindest seien die Mitarbeitenden bereits vor über einem Monat informiert worden, sodass ihnen bis kommenden August viel Zeit bleibt, um eine neue Anstellung zu finden. Für «Uomo» und «Sarah» sind zudem bereits Nachmieter gefunden; in diesem Zusammenhang sind auch Abklärungen im Gange, ob die neuen Geschäfte allenfalls Personal übernehmen würden.

Neben dem Konfektions- ist das Immobiliengeschäft unter dem Titel Immo Solothurn AG ein weiteres Standbein von Jäggi. Das «Uomo», das Erstgeschäft sowie der Outlet sind zwar in ihren eigenen Liegenschaften untergebracht. Dennoch bleibt die Immo Solothurn AG von den Schliessungsentscheiden des «Cristina’s» unberührt.

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