In diesem Jahr sind dem Kanton Solothurn mindestens 1200 Asylbewerber zugestellt worden. In der Regel verbringen sie drei Monate in einem kantonalen Durchgangszentrum, dann werden sie den Gemeinden zugeteilt. Unter den Flüchtlingen befinden sich aber auch viele Kinder im schulpflichtigen Alter. Doch wie viele sind es? Und wie gehen die Schulen damit um? Denn: Egal, ob Asylsuchender oder vorläufig aufgenommener Flüchtling – die Kinder haben gemäss Verfassung das Recht auf eine Schulbildung.

Im Kanton Solothurn befinden sich derzeit insgesamt 304 Flüchtlingskinder, wie das Amt für soziale Sicherheit auf Anfrage mitteilt. Davon gelten 101 Kinder als Asylsuchende, sie haben einen N-Status. 203 zählen zu den vorläufig Aufgenommenen.

Das sind Flüchtlinge, die keinen positiven Asylentscheid erhielten, aber derzeit nicht in ihr Heimatland zurückgewiesen werden können; sie haben einen F-Status. Nicht erfasst sind in diesen Zahlen all jene mit einem positiven Asylentscheid. Es dürften daher um einiges mehr Kinder sein, die in den Schulen integriert werden müssen.

Nur drei Kinder in Solothurn?

Recherchen zeigen, dass die Schulen mit Integrationsklassen teilweise an die Grenzen stossen, etwa in Olten und Zuchwil. Und sie zeigen auch, dass man mit dem Thema «Flüchtlingskinder» nicht überall auf offene Türen stösst. So in der Stadt Solothurn.

Auf die Anfrage, ob diese Zeitung eine Schule mit Flüchtlingskinder besuchen dürfe, fällt die Antwort der Schuldirektorin lapidar aus: Sie hätten ausser mit drei Flüchtlingskindern in der Schule Fegetz keine Erfahrung und könnten deshalb nicht weiterhelfen, schreibt Irène Schori.

Nur drei Flüchtlingskinder in der ganzen Stadt Solothurn? Auf erneute Anfrage antwortet Schori: Es sei, wie sie geschrieben habe. Ausser im Fegetz gäbe es keine. Weitere Auskünfte, sind auch telefonisch nicht zu erhalten. Man müsse sich an die sozialen Dienste wenden, sagt die Schuldirektorin.

Das haben wir getan. Und freilich gibt es in der Stadt Solothurn mehr als drei Flüchtlingskinder: Insgesamt sind es im schulpflichtigen Alter derzeit zwölf. Elf davon sind vorläufig aufgenommene Flüchtlinge, bei einem Kind ist das Asylgesuch noch hängig.

Doch welche Schulen besuchen sie? Zumindest etwas mehr erfährt man in einem an die Eltern gerichteten Schreiben der Schule Fegetz, das dieser Zeitung vorliegt. Seit Ende November besuchen nun drei Flüchtlingskinder jene Schule, die auch Kinder aus dem privilegierten Steingrubenquartier besuchen.

Schulleiter Thomas Bitterli schreibt in dem Brief: «Für uns ist die Situation neu, doch wir bemühen uns, den Kindern ein tragfähiges Umfeld zu bieten.» Die drei Kinder, von denen zwei aus Eritrea und eines aus Syrien stammen, gehören zu den Familien, die Bischof Felix Gmür aufgenommen hat (wir berichteten).

Zwar lehnt auch Bitterli auf Anfrage einen Besuch ab, gibt aber in einem Mail Auskunft: Die Kinder würden durch das zusätzliche Förderangebot «Deutsch als Zweitsprache» unterstützt. Ansonsten laufe die Schule auf Normalbetrieb weiter.