Solothurn

Doppelturnhalle Hermesbühl wird wie geplant für zwölf Millionen Franken gebaut

Die Tage der bisherigen Turnhalle neben dem wesentlich älteren «Hemmli»-Schulhaus sind gezählt.

Die Tage der bisherigen Turnhalle neben dem wesentlich älteren «Hemmli»-Schulhaus sind gezählt.

Der Gemeinderat hat sich einstimmig für das Grossprojekt «Turnhalle Hermesbühl» ausgesprochen. Angesichts der zahlreichen Mängel, welche die Doppelturnhalle aufweist, kommt dieser Entscheid nur wenig überraschend.

Energieverluste, schlechte Bausubstanz, zu kleine Turnhallen, Brandschutzmängel, allgemeine Sicherheitsdefizits und fehlende Rollstuhlgängigkeit. So fasste Stadtbaumeisterin Andrea Lenggenhager anlässlich der Gemeinderatssitzung in Kürze die Mängelliste der Hermesbühl-Doppelturnhalle zusammen.

Entsprechend war auch die politische Entscheidung für den nötigen Neubau unumstritten. Einstimmig erteilte der Rat dem Zwölf-Millionen-Projekt, von dem bereits neun vorfinanziert sind, grünes Licht.

Geld in den Sand gesetzt

«Was lange währt, wird endlich gut», befand Susanne Asperger (FDP), sieben Jahre nach dem ersten Projektwettbewerb. Dieser hatte noch mit eine Lehrschwimmhalle gerechnet, was aber bald als zu teuer verworfen wurde. «Doch ab dem zweiten Wettbewerb ging es zügig voran», so Aspergers Lob.

«Ich freue mich, dass was Stimmiges entstehen wird», befand Philippe JeanRichard (SP). Und obwohl die Baukosten ihm hoch erscheinen, sei sie doch gerechtfertigt. Unter anderem, weil gerade zur nordseitigen Schulhausstrasse eine kostenintensive Spundwand für die Baugrube nötig ist.

Dafür wies er darauf hin, dass beim ersten Projektwettbewerb Geld in den Sand gesetzt worden war, es handelt sich um Verfahrenskosten in der höhe von über 600 000 Franken.

Brigit Wyss (Grüne) nannte den Neubau ein «ansprechendes Projekt», monierte aber, dass man auf eine Zertifizierung verzichtet, die für eine Vorbildfunktion ebens nützlich gewesen wäre und auch Fördergelder generiert hätte: So ist der Bau zwar im Minergie-P-Eco-Standard konzipiert, wird aber nicht als solches zertifiziert. Lenggenhager begründete den Entscheid damit, dass sich der enorme Aufwand einer Zertifizierung erfahrungsgemäss auch finanziell nicht lohne.

Keine Spezialwünsche

«Das neue Gebäude wird sich gut in die historische Struktur des Quartiers eingliedern», befand Susan von Sury (CVP). Auch René Käppeli (SVP) äusserte sich wohlwollend über das Projekt, dankte aber ausserdem der Gemeinderatskommission, dass sie allfällig aufgekommen Spezialwünschen einen Riegel geschoben hat.

Nicht zuletzt war in der GRK der Projektkredit gestutzt worden. So war neben einem Punkt «Unvorgesehenes» ein weiterer Reservebetrag für Eventualitäten in der Höhe von 250 000 Franken budgetiert. Dieser wurde nun auf 60 000 Franken reduziert

Nach der Annahme im Gemeinderat wird die Hermesbühl-Doppelturnhalle am 24. Juni der Gemeindeversammlung vorgelegt und gelangt dann - sofern keine Einsprachen erfolgen - am 28. September an die Urne.

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