Kommentar
Doppelt gemoppelt

Wolfgang Wagmann
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Die diesjährige Authentica fand nicht mehr im Kapuzinerkloster statt. (Archivbild)

Die diesjährige Authentica fand nicht mehr im Kapuzinerkloster statt. (Archivbild)

Wolfgang Wagmann

Diesmal war Urs Bucher noch allein auf weiter Flur – in seiner «Homebase», die ihm der Kanton zum Schalten und Walten überlässt: dem Kapuzinerkloster Solothurn. Der umtriebige Event-Organisator hat wieder ganze Arbeit geleistet: 85 Aussteller zelebrierten in den Klostermauern altes Handwerk und innovative Genussfreuden für ein Publikum, das sich erneut «amused» zeigte.

Dabei war es zweitrangig, dass Bucher nur beim Durchführungsort auf das «Original» zählen konnte. Denn die authentische Marke für den bis anhin viertägigen Anlass im Kloster musste er seinen vormaligen Partnern überlassen. «Authentica» – ein fast unschlagbarer Begriff für die Erlebniswelt von Kleinproduzenten aus der ganzen Schweiz.

Offenbar ein lohnendes Geschäft, obwohl an sich kommerzielle Anlässe im Kloster laut der Nutzungsbewilligung von 2007 auf dem Index stehen. Doch nur mit Eintritt und Standgebühren kommt ein Organisator über die Runden. Urs Bucher und die «Authentica»-Macher sind offenbar (auch des Geldes wegen?) zuletzt in Unfrieden getrennte Wege gegangen. Dies beweist die Absicht der ehemaligen Bucher-Spezi, nächstes Jahr auf Schloss Waldegg erneut eine «Authentica» zu organisieren.

Ende Mai, nur wenige Tage, nachdem Bucher seine Schäflein im Kloster um sich geschart hat. Die ganz grossen Fans von «Authentica» und seiner Kopie im Kloster mag es freuen – doch irgendwie kommt uns das Ganze bekannt vor: Jahrelang kämpften die Socasa und die Eigenheim-Messe verbissen um jeden Aussteller im Frühling, bis eine Messe die Segel streichen musste. Wer den «Klosterwart zu Kapuzinern» kennt, der weiss: Urs Bucher zieht sein Ding durch – solange er kann.