Bike Days in Solothurn
Dirtjumper müssen ganz schön etwas einstecken können

Dirtjumper sind harte Jungs (und eine harte Frau). Das bewiesen die Teilnehmer am Samstag im Schanzengraben.

Hans Peter Schläfli
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Nicholas Hilton landet schmerzhaft auf dem Hintern.

Nicholas Hilton landet schmerzhaft auf dem Hintern.

Hans Peter Schläfli

«Das sieht einfach aus», sagen die Glace schleckenden Zuschauer. Bis einer krachend auf dem Hintern landet. Da stockt der Atem kurz. «Die müssen ganz schön etwas einstecken können», lauten dann die Kommentare.

Zu einem Rundgang durch die vielen Aussteller der Bike Days gehört der Dirtjump-Wettbewerb einfach dazu. Besonders wenn sie durch einen stahlblauen Himmel fliegen wie diesmal. Twister, Corked und so ähnlich heissen die «Moves», die oft genug im Dreck enden. Deshalb wohl nennt man den spektakulären Sport auch Dirtjump. Mut braucht man schon: Schienbein- und Knieschoner sowie Helme sind der einzige Schutz, denn sich die die Dirtjumper gönnen.

Auf die Zähne beissen

Auch Lucas Huppert landet bei seinem zweiten Versuch ungewollt auf dem Hintern. Sofort steht er wieder auf und signalisiert: Alles in Ordnung. Aber man sieht ihm an, dass er auf die Zähne beissen muss, während er sich aus dem Staub der Piste macht. «Halb so schlimm. Es ist nicht schön, aber es tut nur kurz weh», meint die neuste Schweizer Hoffnung der Dirtjump-Szene. «Mit dem ersten Jump war ich zufrieden», sagt der erst 15-Jährige und damit der mit Abstand jüngste Teilnehmer des Wettbewerbs.

Der Zürcher gibt sich bescheiden. «Bei den Schwierigkeitsgraden kann ich mit den Besten noch lange nicht mithalten. Vielleicht in zwei, drei Jahren. Es ist einfach geil, so hoch oben zu sein. Mein Ziel ist es, Spass zu haben.»

Denn es gibt zwei Klassen von Dirtjumpern: Die mit den Helmen, mit dem roten Bullen drauf. Die werden eingeladen und schlafen gratis im Ramada. Die werden auch heute Sonntag in den Finals ab 14 Uhr die insgesamt 6000 Franken Preisgelder unter sich ausmachen. Lucas Huppert schaut zu diesen Stars der Szene auf. «Das wäre schon cool, einmal zu einem dieser grossen Teams zu gehören. Keine Ahnung, wie weit ich es bringen kann.»

Eine einzige Frau

Die Mehrheit der Dirtjumper müssen sich nämlich anmelden und hoffen, dass sie in die Startliste kommen. Sie übernachten im eigenen Camper, um Geld zu sparen. Zu diesen gehört auch die einzige Frau, Kathi Keupers. Vor vier Jahren hat sie mit kleinen Jumps angefangen und die Bike Days waren ihr erster grosser Wettkampf.

«Es braucht grosses Durchhaltevermögen», meint die Rosenheimerin, «ich bin sehr viel hingefallen. Aber das macht gerade die Herausforderung aus. Wenn man sich wehgetan hat, muss man sofort wieder rauf und es nochmals versuchen.» Mit den Männern vergleicht sie sich nicht. Saltos und Drehungen kann sie nicht. Sie fährt möglichst gerade über die drei Schanzen. «Ich geniesse das Crusen».

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