Krummtrurmschanze

Diesmal waren die Solothurner Sommerfilme eher «Herbstfilme»

Auf der Krummturmschanze ist nach den sechs Kinoabenden schon fast wieder der Alltag eingekehrt.

Auf der Krummturmschanze ist nach den sechs Kinoabenden schon fast wieder der Alltag eingekehrt.

Die kühlen August-Nächte schlugen sich auf die Besucherzahl auf der Krummturmschanze nieder. Trotzdem ist man im Alten Spital zufrieden: «Wir lagen im Durchschnitt. In den letzten Jahren wurden wir einfach ein bisschen verwöhnt.»

Wer in diesem August die vom Alten Spital initiierten Sommerfilme auf der Krummturmschanze besuchen wollte, musste sich warm anziehen und die Winterjacke aus dem Schrank nehmen. Nicht der Regen war es, der das Publikum strapazierte, sondern die kalten Nächte, die anstelle von lauen Sommerwinden an den Herbst erinnerten.

Dies mag der Grund sein, weshalb rund 500 Personen weniger als im Vorjahr – damals waren es 2500 – das einzigartige Open-Air Kino besuchten. Trotzdem ist die Betriebsleiterin des Alten Spitals, Eva Gauch, zufrieden mit dem Ergebnis. «Wir lagen im Durchschnitt. In den letzten Jahren wurden wir einfach ein bisschen verwöhnt.» Zudem müsse man bei einem Open-Air-Kino stets mit allem rechnen.

Bereits zum 18. Mal trafen sich Filmliebhaberinnen und Filmliebhaber an einem Ort, der selbst filmreife Geschichten erzählen könnte. Nicht nur die Lichtspiele in den prächtigen Bäumen, auch die zahlreichen Tropenlichter und die Stände mit den kulinarischen Leckerbissen vor dem alten Wehrturm sorgten für ein Ambiente, das einzigartig ist, und eine Kulisse, von der andere Open-Air-Veranstalter nur träumen können.

Limitiertes Angebot

Zu dieser Stimmung passen, wie Eva Gauch betont, nicht die grossen Hollywoodrenner, sondern Filmstreifen, die nicht alltäglich sind und in die Tiefe gehen. Leute, die leichte Kost lieben, kamen auch an den diesjährigen Solothurner Sommerfilmtagen auf der Krummturmschanze kaum auf die Rechnung.

Allerdings ist es nicht immer leicht, genügend sogenannte «Nischenfilme» zu finden, die dem Publikum und dem multikulturellen Gedankengut des Begegnungszentrums entsprechen. «Das Angebot war bei unserer Visionierung ein bisschen beschränkt», äussert sich Eva Gauch denn auch zu der zur Verfügung stehenden Auswahl. Immerhin hätte man mit dem diesjährigen Schweizer Publikumsrenner «Der Goalie bin ig» von Sabine Boss die 500 Sitzplätze gleich an zwei Abenden füllen können.

Und ein Dankeschön

Unter die Haut ging in diesem Jahr auch der Film «The Grand Budapest Hotel». Dies vor allem, weil die Organisatoren ein Jodlerchörli aus Wattwil verpflichten konnten, das Passagen aus der Filmmusik live vortrug. «Für mich persönlich das Highlight der diesjährigen Sommerfilmtage», schwärmt Eva Gauch während des grossen Aufräumens am Montagmorgen.

Nachdenklich gestimmt hat auch das jüdisch-palästinensische Familiendrama «Le fils de l’autre» von Lorraine Levy, das, wie Eva Gauch in ihrem Schlusswort festhielt, nicht aktueller hätte sein können. Auf ein treues Stammpublikum zählen konnten auch die Filme «Inside Llewyn Davis» von Ethan und Joel Coen, «Jersey Boys» von Clint Eastwood und «Still Life» von Uberto Pasolini.

Eingeladen zu diesem letzten Filmabend waren traditionsgemäss Vertreter der Einwohnergemeinden rund um Solothurn. «Dies als Dankeschön für die Beiträge, die die Gemeinden an das Begegnungszentrum leisten», so Eva Gauch.

Mitgewirkt am Anlass haben zahlreiche Helferinnen und Helfer des Begegnungszentrums sowie Mitglieder des Insieme Träffs und José Campos mit seiner Crew vom spanischen Verein «Asociación de Familia y padres de Alumnon». Sie sorgten mit Älplermagronen, Raclette, Crêpes und südländischen Spezialitäten für das leibliche Wohl.

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