Reto Paul Grimm ist als Designer vertraut und integriert in das immense Gebiet und täglichen Flut der Gebrauchsgrafik. In Solothurn geboren, in Welschenrohr aufgewachsen, absolvierte er nach einer ersten Ausbildung in Oensingen und Biberist ein Studium der visuellen Kommunikation in Basel. Er lebt seit über 20 Jahren in Hamburg und ist seither bestens bewandert und vertraut mit dem Branding-Geschäft. Er kennt Aufwand und Mühe der Gestaltungsprozesse, die dann kurzum der Vergänglichkeit anheim gestellt sind. Ein Beispiel dafür sind wohl die schnellen Wechsel der Plakatwände.

Vergänglichkeit der Grafik

Hier setzt nun das Interesse des Künstlers Reto Paul Grimm ein. In der Ausstellung zeigt er neue Geschichten wie eine Renaissance, die er wie ein Archäologe aus den abgelösten Resten der Plakatwände komponiert, gestaltet und auf Holz geklebt hat. Die Plakatreste bieten unendliche Möglichkeiten, seien es telquel übernommene Überlagerungsreste oder ganze über einen Zentimeter starke Flächen, die in kongruente Streifen geschnitten und zusammengeklebt eine senkrechte Linienstruktur ergeben. Oder geschreddert wird eine andere Sichtweise aufgezeigt. Insgesamt zeigt uns der Künstler, wie das Vergängliche der Gebrauchsgrafik wieder neu als Kunstwerk erlebbar werden kann.

Vren Attinger aus Corcelles zeigt in ihren bildnerischen Arbeiten die Faszination der immer neu durchlebten Natur und den intensiven künstlerischen Bildentstehungsprozess aus von der Oberfläche befreiten Pflanzenfasern heimischer und fernöstlicher Herkunft zu faszinierenden Kompositionen. Beruhend auf den übrig bleibenden filigranen Blattgerippen schafft die Künstlerin eine eigenwillige Zeichensprache. Als Bildträger verwendet sie verschiedene Papiere.

Mit schöpferischer Fantasie

François Schneider aus Montmollin zeigt als Keramiker grosse mit Wellenschlag bezeichnete Skulpturen, die auf den ersten Blick aus Holz zu bestehen scheinen, jedoch aus Keramikmaterial geformt sind. Von einem Holzbalken wird die Oberflächenstruktur allseitig auf Ton übertragen. Mit diesem Material modelliert der Künstler eine gewellte schleifenförmige Skulptur mit anschliessend erstem Brennvorgang. Nach weiteren Arbeitsschritten wird dem Objekt die dunkelbraune Holzfarbe aufgespritzt, welche schliesslich mit 1250 Grad eingebrannt wird. Mit schöpferischer Fantasie hat Eliane Schneider als Modistin eine Reihe von Hutformen kreiert, welche die Individualität der Kundin ansprechen sollen.

Öffnungszeiten: Mi, Do, Fr 12.30 bis 17.30 Uhr, Sa 11 bis 16 Uhr, So 13 bis 16 Uhr. Finissage; Sa, 2. September, 11 bis 16 Uhr.