Solothurn
Dieses Jahr wurde äusserst gelassen Geschenke geshoppt

Kurz entschlossene «Gschänkli»-Käufer sind dieses Jahr gelassener unterwegs. Das zeigt eine Umfrage. «Gehalten, mit vereinzelt leichten Einbussen gegenüber letztem Jahr» lautet das Fazit zum Umsatz der Solothurner Geschäfte.

Simon Binz
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Im Weihnachtsgeschäft der Stadt Solothurn läuft es zurzeit (fast) allen rund.

Im Weihnachtsgeschäft der Stadt Solothurn läuft es zurzeit (fast) allen rund.

Hanspeter Baertschi

Am Sonntag hatte Willy Reinmann, Geschäftsführer der Stadt- und Gewerbevereinigung, rund 25 Geschäfte besucht und nun zieht er Bilanz: «Der zweite Sonntagsverkauf lief besser als der Erste, doch das ist eigentlich üblich.» Seine Erklärung ist simpel: Der zweite Sonntag liege jeweils näher bei Weihnachten – der Druck sei darum grösser. Zudem habe dieses Jahr auch das Wetter eine Rolle gespielt. «Am ersten Sonntag schien über dem Nebelmeer Solothurn die Sonne. Perfektes Wanderwetter», so Reinmann.

Betreffend der verschiedenen Bereiche, habe er festgestellt, dass das traditionelle Weihnachtsgeschäft (den geschmückten Laden geöffnet haben und hoffen, dass Kunden kommen), in den letzten drei bis vier Jahren etwas rückläufig sei. «Hingegen bei denen, die sich etwas Spezielles einfallen lassen, vielleicht selbst Werbung machen, neue Produkte anbieten, bei denen läuft das Geschäft gut», erklärt Reinmann.

Über alle Branchenbereiche hinweg meint Reinmann betreffend Umsatz: «gehalten, mit vereinzelt leichten Einbussen gegenüber letztem Jahr.»

Wie eine Umfrage bei verschiedenen Geschäften zeigt, trifft seine Bilanz sehr genau zu. Zudem – und dies ist die eigentliche Überraschung – seien die Kunden dieses Jahr äusserst gelassen.

Originalität verkauft sich gut

Obwohl das Buch seit Jahren totgeschrieben werde, sei es immer noch ein beliebtes Weihnachtsgeschenk, sagt Daniela Bieri, seit Anfang dieses Novembers Filialleiterin der Buchhandlung Lüthy an der Gurzelngasse. Das Weihnachtsgeschäft laufe ähnlich gut wie im letzten Jahr. Beliebt seien im Moment besonders Mandela Biografien. Aber auch das neue Buch über Alt-Bundesrätin Elisabeth Kopp und der neue Roman vom Schweden Jonas Jonasson (Erstling: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand) seien Kassenschlager.

Nicht nur im Buchgeschäft, sondern auch in der Lebensmittelbranche läufts rund. «Bei Frischprodukten», sagt Maria Gülce, Filialleiterin der Suteria an der Hauptgasse, «‹räblets› immer in den letzten zehn Tagen.» Nach wie vor seien Truffes und Pralinen in verschiedenen Grössen heiss begehrt. «Und natürlich auch die Solothurner Torte», sagt Gülce. Was die Kundenbefindlichkeit betrifft, bläst sie ins selbe Horn wie alle Befragten. «Gerade gestern haben wir darüber diskutiert, dass dieses Jahr die Leute extrem ruhig sind. Nicht so gestresst wie sonst.»

Denselben Eindruck hat auch Christine Wagmann, Geschäftsinhaberin des «Chuchilade» an der Hauptgasse. Seit dem Umbau wären sie zudem in der Lage, die Kunden schneller zu bedienen, was einen Einfluss haben könnte, meint sie. Im «Chuchilade» sind dieses Jahr besonders «lustige, originelle Gegenstände», wie zum Beispiel ein Männchen-Topfdeckelhalter, begehrt. Das Weihnachtsgeschäft laufe im Allgemeinen gut: «Wir werden sicherlich den Umsatz vom letzten Jahr erreichen», so die Geschäftsinhaberin.

«Detailhandel ist rückläufig»

«In etwa gleich wie im letzten Jahr», so beschreibt Maria-Anna Höhle-Hess, Geschäftsinhaberin der Boutique Novum am Stalden, das diesjährige Weihnachtsgeschäft. Bei ihnen laufe im Moment vor allem das Geschäft mit Schmuck, Taschen und Glasartikeln. Auch Höhle-Hess sind die gelassenen Kunden aufgefallen, trotzdem gibt sie sich noch vorsichtig: «Ich glaube, das wird sich am 24. noch ändern», schmunzelt sie.

Wie üblich hält sich der Manor mit einer endgültigen Bilanz noch zurück, denn der 23. und 24. Dezember seien traditionell die zwei wichtigsten Verkaufstage vor Weihnachten, heisst es auf Anfrage. Trotzdem: «Das Weihnachtsgeschäft entspricht bisher unseren Erwartungen», sagt Jürg Bächli, Warenhausdirektor Manor Solothurn. Dieses Jahr waren beim Manor die Abteilungen Parfümerie, Bijouterie, Fashion und Spielwaren sehr gefragt.

Dass das Weihnachtsgeschäft unterschiedlich gut läuft, zeigt das Beispiel «vom Fass». Geschäftsinhaberin Monika Di Marco sagt, der Verkauf sei zurückhaltend, im Vergleich zum letzten Jahr gar zurück gegangen.

Trotz dieser Rückläufigkeit: Öl, und besonders Essig, würden sich dieses Jahr besonders gut verkaufen. Beim Whiskey habe sie vor allem ihre Stammkundschaft. Speziell beim Geschäft an der Schaalgasse: Während der Vorweihnachtszeit kämen viele junge Leute in den Laden. «Kunden, die ich sonst das ganze Jahr hindurch nie antreffe», so Di Marco.