Der Solothurner Alexander Symons ist einer der drei «echten» Legionäre, welche die Truppe der gewohnten, kirchlichen «Plastik-Römer» am Sonntag verstärkt. Dabei handelt es sich um den Tribun Tiberius Rutilius Bestia, den Schleuderer und Wagenlenker Gaius Appuleius Diocles sowie den Optio Decimus Livius Cicero. «Bei uns ist jede Schraube echt», meint letzterer zur eigenen Ausrüstung, die in Zusammenarbeit mit Museen entwickelt worden ist.

Schon letztes Jahr hatte ein Quartett, darunter auch eine Frau, in römischer Vollausstaffierung Solothurn und die «Weihnachtsreise» besucht und damit einen Auftritt zelebriert. Dieses Jahr wird nun der Besuch offizialisiert.

Diesmal hatte Richard Hürzeler, Leiter der «Weihnachtsreise, mit dem Verein SPQR Legio XXI Rapax («die Räuberischen») Kontakt aufgenommen und ihnen ein Dabeisein am Solothurner Adventsanlass angeboten. «Wir finden das toll und machen gerne mit», findet Alexander Symons seine römischen Kollegen trotz der nicht originalen Ausrüstung «schön». Ihr Verein sei gesamtschweizerisch aktiv und «wir nehmen spontan an römischen Veranstaltungen in Augusta Raurica, Vindonissa (Windisch) oder auch Aventicum (Avenches) teil», erklärt Symons oder eben Decimus Livius Cicero nach dem Tenüwechsel. «Wir betreiben angewandte Archäologie, bauen als quasi römische Pfadi-Zelte und kochen ab.»

Nun hat sich der zehnköpfige Trupp der einst in Vindonissa stationierten 21. Legion auf römisches Wurfgerät, die sogenannte Ballista, spezialisiert. «Wir staunen, dass man damit Steine 300 bis 400 Meter weit schleudern kann.»

Zum ausgefallenen Hobby der Neo-Römer gehöre neuerdings auch das Schleudern von Pfeilen und Brandbomben – etwas martialisch für die friedliche «Weihnachtsreise» durch Salodurum und deshalb am Wochenende wohl nicht im Programm. (ww)

Legio XXI Rapax in Aktion

Zwei «echte» Römer zeigen, wie mit dem Schwert gekämpft wird.