Solothurner Literaturtage
Dieser Literaturmarathon soll auch Spass machen

Geschäftsführerin Reina Gehrig verrät schon ein paar Highlights der 39. Solothurner Literaturtage, die vom 26. bis 28. Mai durchgeführt werden.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Reina Gehrig (34), Geschäftsführerin der Solothurner Literaturtage, freut sich auf die 39. Ausgabe, die in gut sechs Wochen stattfindet. Hanspeter Bärtschi

Reina Gehrig (34), Geschäftsführerin der Solothurner Literaturtage, freut sich auf die 39. Ausgabe, die in gut sechs Wochen stattfindet. Hanspeter Bärtschi

Hanspeter Bärtschi

Die 39. Solothurner Literaturtage stehen vor der Tür und Geschäftsführerin Reina Gehrig ist mit ihrem Team am Feinschliff der Vorbereitungen. «Es läuft alles gut», sagt sie zufrieden. «Mein Team ist gut eingearbeitet und alles greift wie in einem Räderwerk ineinander.»

Auch wenn vieles routinemässig abläuft, so gibt es auch in diesem Jahr wieder ein paar Neuerungen, von denen Reina Gehrig gerne berichtet. Sie fängt hinten an: «Grundsätzlich kann man sagen, dass der letzte Tag der Literaturtage, der Sonntag, heute viel mehr ins Programm eingebunden ist, als dies früher der Fall war. Neben der Familien-Matinée am Sonntagvormittag im Landhaus, finden Lesungen bis 19 Uhr statt.»

«Gägä-Wärt» wird ausgegliedert

«Gägä-Wärt», die Poetry Slam-Veranstaltung im Kofmehl wird nicht mehr im Rahmen der Literaturtage durchgeführt. «Wir möchten, dass alle Literaturtage-Veranstaltungen auch in der Stadt selbst stattfinden», sagt Gehrig. Deshalb habe man die Programmgruppe «Spoken Word» ausgebaut und «Gägä-Wärt» ausgegliedert.

Gehrig erklärt: «Gägä-Wärt» war vor Jahren der Versuch, Poetry Slam oder Spoken Word in die Literaturtrage einzubinden; das habe geklappt. «Nun sind wir einen Schritt weiter. Spoken Word, also Literatur, die zunächst gesprochen und später geschrieben wird, ist eine Form, die wir intensiver im Rahmen des Programmes pflegen wollen.»

Der Poetry Slam-Event «Gägä-Wärt» hingegen wird dieses Jahr noch vor den Literaturtagen, bereits am 5. Mai, im Kofmehl als selbstständige Veranstaltung durchgeführt.

Eine weitere neue Literatur- und Sprachform nehmen die Solothurner Literaturtage dieses Jahr mit dem Titel «Power Karaoke» ins Programm auf. Unter dem Begriff «Pecha Kucha» ist diese Form auch bekannt und meint, eine Veranstaltung, bei welcher ein Autor 20 Bilder in jeweils 20 Sekunden zu sehen bekommt und er sich daraus ad hoc eine Geschichte ausdenkt. Diese Veranstaltung findet am Freitagabend im Landhaus statt.

Gehrig: «Es gibt eine Variante, bei welcher der Veranstalter die Bilder vorlegt. Es gibt aber auch eine andere, bei welcher die Poet selbst sich die 20 Bilder zurechtlegt. Das wird sicher ein unterhaltsamer Abend.»

Lust auf Spielerisches

An insgesamt 14 Spielorten präsentieren die Solothurner Literaturtage den Besuchern in einer reichhaltigen Auswahl an Veranstaltungen eine Werkschau des aktuellen literarischen Schaffens der Schweiz. Es wird gelesen, performt, übersetzt, diskutiert und gedichtet. Meist mittels den traditionellen «Wasserglas-Lesungen».

«Das ist unser Kerngeschäft», sagt Gehrig. «Doch die Präsentationsformen von Literatur wandeln sich. Wir müssen und wollen dies auch zeigen.» Man habe Lust auf Spielerisches, auf neue Formate, die sicher auch junge Leute an die Literaturtage bringen.

Aussenbühnen bei den Lesungen werden der Klosterplatz und der Landhausquai sein. «Auf dem Klosterplatz wird es spannend», erzählt Gehrig. «Das Team des NARR, des narrativistischen Literaturmagazins aus Olten, wird Freitag und Samstag jeweils zur ‹Blauen Stunde› – zwischen 21 und 22 Uhr – ein ganz eigenes Programm bieten. NARR bekam dazu eine Carte Blanche und wir sind sehr gespannt, was kommt».

Persönlich freut sich Reina Gehrig auf die Begegnung mit den verschiedenen Autoren. Sie hebt den deutschen Autor und Übersetzer Ilja Trojanow hervor, der am Donnerstag, 25. Mai, im Landhaus die Literaturtage eröffnet. Insgesamt 76 Autorinnen und Autoren aus der ganzen Schweiz und dem Ausland hat die Auswahljury nach Solothurn eingeladen. «So viele sind es durchschnittlich jedes Jahr», bemerkt Gehrig.

JuKiLi – zum Zweiten

Zum zweiten Mal findet bereits zum Wochenanfang, ab Montag, 22. Mai, die Jugend- und Kinderliteraturtage «JuKiLi» im Alten Spital Solothurn statt. Lesungen, Bildtheater und Workshops sind klassenweise für Kinder ab Kindergarten bis zu Jugendlichen der Oberstufe möglich. Viele der Angebote sind bereits von den Schulklassen gebucht worden, bei wenigen sind noch freie Plätze zu haben. Für einmal werden hier nicht bloss Kinder mit Autoren über ihre Bücher sprechen, sondern es sind auch die Eltern aufgerufen, sich über die Inhalte von Jugendbüchern mit den Autoren auszutauschen.

Künstlerhaus wird Kinderhaus

Zum ersten Mal wird während der Literaturtage das Künstlerhaus S11 an der Schmiedegasse zum eigentlichen Kinderhaus. Gehrig: «Die Idee war, einen Ort für Kinder und Familien zu schaffen. Jetzt wird im Künstlerhaus eine Kita eingerichtet, bei welcher Kinder ab 2 1⁄2 Jahren bis zu zwei Stunden lang gut betreut werden. Zudem gibt es hier auch noch Spiele und Geschichten für Familien und Kinder zu hören und zu erleben.»

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