Solothurn

Diesen Garten kann man mit allen Sinnen erleben

Das Discherheim Solothurn hat für seine Bewohner einen Sinnesgarten realisiert.

Wermut, Chiccoré, Thymian, Natternkopf und Salbei: Im neuen Sinnesgarten des Discherheims wachsen einheimische Pflanzen, die nicht nur schön aussehen, sondern auch fein riechen. Aus dem verbreiterten Heckengürtel sind die zwitschernden Vögel zu vernehmen, und das hölzerne Insektenhaus ist bereits zum Zuhause einiger Wildbienen geworden.

Wo bisher eine gewöhnliche Wiese war, ist ein schöner Ort entstanden, an dem sich die Bewohner des Discherheims gerne aufhalten. Dank zwei grosszügigen Spendern konnte der Sinnesgarten realisiert werden. Doch was macht eigentlich den Unterschied zwischen einem gewöhnlichen Garten und einem Sinnesgarten aus? «Hier darf man die Pflanzen nicht nur anschauen, man darf sie anfassen, an ihnen riechen und sie schmecken. So regt der Garten die Sinne an», sagt Stephan Oberli, Leiter des Discherheims.

Die Anlage entstand in rund drei Wochen

Der Weg durch den Garten sei so angelegt, dass sich auch Klienten, die Richtung Demenz tendieren, leicht orientieren können, erklärt Oberli. Regeln, Vorschriften und Zäune gebe es in diesem Sinnesgarten nicht. «Deshalb ist es wichtig, dass man auch alle Beeren, die bei uns wachsen, wirklich essen darf.» Der Teich ist frei zugänglich und damit niemand darin ertrinken kann, wurde ein Gitter ins Wasser verlegt.

Kurt Ryser und Anita Mattenberger vom Gartenbauunternehmen Rust haben die Anlage in nur drei Wochen gebaut. «Es war eine schöne Arbeit, die wir wirklich sehr gerne gemacht haben», blickt Kurt Ryser zurück. «Wir durften rund 100 einheimische Sträucher, Stauden und Kräuter anpflanzen. Eine solche Insel der Biodiversität ist für die Natur sehr wertvoll. Schon bald sind diese Pflanzen richtiggehend explodiert, und man sieht den Bewohnern des Discherheims die Freude an», sagt Ryser. «Das macht auch uns Gärtner glücklich.»

In den ersten zwei Jahren müsse der Sinnesgarten noch regelmässig gepflegt werden, erklärt Gärtnerin Anita Mattenberger. «Dann haben sich die Pflanzen etabliert und es wird genügen, wenn wir ein bis zwei Mal pro Jahr aufräumen und die Pflanzen, die zu stark dominieren, etwas zurückstutzen.» Stephan Oberli hofft, dass auch noch Eidechsen und Igel den Weg in den Sinnesgarten finden werden. Auf der Südseite deutet der Leiter des Discherheims auf eine schmale, ungenutzte Wiese. «Vielleicht können wir den Garten in ein paar Jahren hier noch ein wenig vergrössern.»

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