Kindergugge
Diese Solothurner Gugge bleibt immer jung

Die 11i-Schränzer fallen an der Solothurner Fasnacht garantiert auf: Sie spielen seit zwei Jahrzehnten, ihre Mitglieder werden aber nicht älter. Die Nachwuchs-Gugge feiert an der kommenden Fasnacht ihren 20. Geburtstag.

Pius Rüegger
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Die 11i-Schränzer freuen sich auch noch ohne Kostüm bereits auf die Fasnacht. Manuela Jäggi-Wyss

Die 11i-Schränzer freuen sich auch noch ohne Kostüm bereits auf die Fasnacht. Manuela Jäggi-Wyss

Solothurner Zeitung

«Es gibt bereits Kinder, deren Eltern bei der Anmeldung sagen, dass sie selbst bei den 11i-Schränzern waren», stellt Präsidentin Fabienne Guggisberg erfreut fest. Der Kreis beginnt sich zu schliessen. Die 11i-Schränzer feiern heuer ihr 20-jähriges Bestehen. Sie sind die offizielle Nachwuchs-Gugge der Guso, der Vereinigung der Solothurner Guggenmusigen. «Ohne Guso können wir nicht existieren, denn sie finanziert uns hauptsächlich», sagt Guggisberg.

Bei der Gründung liess der erste Präsident und Hauptinitiant Reto Hartmann in den Statuten festhalten, dass kein Mitgliederbeitrag zu entrichten sei. «Die Grundidee ist, dass für alle die Teilnahme möglich sein muss», erklärt Guggisberg. Weitere Einnahmen generieren die 11i-Schränzer aus dem Verkauf von zehn Gönnerkarten mit zwei selbst gestalteten Sujets zu einem Fünfliber. Mit diesem Betrag werden die Masken und der Stoff für die bewusst einfach gehaltenen Kostüme bezahlt. Die Essen während der Fasnacht werden ebenfalls übernommen. «Für uns ist das Ganze ein Nullsummenspiel», sagt die 26-Jährige.

Leiter tragen andersfarbige Kostüme

Sie ist die vierte Präsidentin nach Reto Hartmann, Fritz Zimmermann und Daniel Kilchenmann. Der organisatorisch-administrative und der musikalische Bereich sind aufgeteilt. Flavia Kummer, Dimo Stefanopulos und Fabienne Birchmeier bilden die musikalische Leitung. Sie werden von den Registerführern Livia Spring (Saxofon) und Pavlos Charamandas (Schlagzeug) unterstützt. Die Leiterinnen und Leiter tragen ebenfalls andersfarbige Kostüme. Für die Teilnahme an den drei Umzügen ist ein 50-prozentiger Probenbesuch Voraussetzung.

Am ersten Samstag nach den Herbstferien beginnen die Proben – zurzeit im Vorstadtschulhaus. «Wir proben 12- bis 13-mal, in den Weihnachts- und Sportferien läuft nichts», sagt Guggisberg. Die Jüngsten sind bei der Anmeldung fünfjährig.

«Es läuft extrem gut»

Bei der Anmeldung zählt nur das Anmeldedatum. «Auch Kinder von aktiven Fasnächtlern werden nicht bevorzugt», unterstreicht die Präsidentin. «Mich fasziniert am meisten der Altersmix von sieben- bis 22-Jährigen» sagt Guggisberg. «Es läuft extrem gut, denn die Grossen schauen zu den Kleinen und die Kleinen bewundern die Grossen», ergänzt sie.

Pro Jahr können in der Regel zwei bis drei Kinder übernommen werden. Die Wechsel sind unterschiedlich. Schule, Lehre und Sport haben grossen Einfluss. «Es ist deshalb schwierig zu planen und man muss Geduld haben», so Guggisberg.

Nach der 11i-Schränzer-Zeit bleibt ein guter Teil in der Fasnachtsszene hängen. Etwa die Hälfte geht in Guggen oder zu Zünften. «Vor allem die Buben zieht es zu den Wagenbau-Zünften», sagt die administrative Leiterin. Rund 170 Namen umfasst die Liste der Ehemaligen. Eine stolze Zahl und eine Garantie für eine weitere erfolgreiche Zukunft.

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