Auf einer Fläche von insgesamt über 4000 Quadratmetern sind im Obach sämtliche Logistik-, Marketing- und Produktions-Bereiche untergebracht: ein grosszügiges Lager, zeitgemässe Produktionsanlagen – erkennbar an den gelben Silos – sämtliche Büros der Administration, des Verkaufs und der Kundenberater. Die seit 1968 in der Schweiz aktive Firma verfügt über ein umfangreiches Produkte-Sortiment mit Schwerpunkt Fertigmörtel und zementgebundene, mineralische Produkte. «Wir bedienen sowohl Fachverarbeiter als auch den Heimwerker», meint Geschäftsführer Markus Kuhn.

Standort in Solothurn

Sakret in der Schweiz – das ist eine lange Geschichte aus Tradition und Innovation, die bis an die Ursprünge des Trockenmörtelherstellers Sakret in den USA führt. Im Frühjahr 1967 kehrten Mitglieder der Familien Krüger und Balthus mit einer grandiosen Geschäftsidee aus den USA nach Europa zurück: In Cincinnati hatten sie eine Sakret-Lizenz erworben, um Werktrockenmörtel in Europa herzustellen und zu verkaufen. Bald steckten sie die Verkaufsgebiete im deutschsprachigen Raum ab. In der Schweiz übernahm die alteingesessene Unternehmerfamilie Glutz-Blotzheim die Lizenz und gründete 1967 die Sakret AG Solothurn. Ein Jahr später nahm das Werk in der Schweiz die Produktion auf. Es war nach Dortmund und Münster die dritte Produktionsanlage in Europa.

Visionäre Standortentscheidung

In den folgenden Jahren konnte die Sakret AG Solothurn die Verkäufe rasch beschleunigen. Der Schweizer Wirtschaft ging es gut, öffentliche Ausschreibungen und umfangreiche Grossprojekte im gesamten Alpenraum sorgten in der Bauindustrie für volle Auftragsbücher. Seit 1979 steuert wieder die Gründerfamilie Krüger das Schweizer Unternehmen, 1999 übernahm Christoph Krüger von seinem Vater Heinz Krüger die Leitung. Dabei erwies sich die Wahl des Standorts im zentral gelegenen Solothurn von Anfang an als hervorragend. Zum einen sind von hier aus die bedeutendsten Schweizer Wirtschaftsregionen rasch zu erreichen. Zum anderen sind die beiden wichtigsten Rohstoffe Sand und Kalk gut verfügbar: Sand oder Kies stammen aus den Aare-Gletschern, die sie durch Erosion zur Rundform geschliffen haben. Diese glatten Zuschlagstoffe bieten in vielen Beton- und Mörtelformen besseren Halt und leichtere Verarbeitung als gebrochener Kies. Kalk wiederum stammt aus dem nahen Jura. «Diese Standortentscheidung war wirklich visionär», so Markus Kuhn.

Ausbau des Produktportfolios

Im Laufe der Jahre baute die Sakret Solothurn ihr Produktportfolio stetig aus. Weil der Solothurner Standort im engen Austausch mit den deutschen Standorten Dortmund und Münster steht, konnten die Solothurner viele Erfahrungen ihrer deutschen Kollegen mit den ganz besonderen Anforderungen des Bergbaus auf Produkte in der Schweiz übertragen. So entwickelte man in Solothurn zum Beispiel spezifische Lösungen für den Tunnelbau im Alpenraum. In den Folgejahren prägten neue Trends die Bauindustrie: Stärkere Standardisierungen und ein höherer Wettbewerbsdruck kamen auf. Deswegen passte die Firma in Solothurn ihre Strategie an: «Wir haben einen Fokus auf den Baustoffhandel, den Spezialtiefbau und die Baumärkte gelegt», erläutert Kuhn. Durch die guten Beziehungen zum Gross- und Einzelhandel erreicht das Unternehmen eine stabile Auslastung des Werkes.

«Schnellboot auf dem Markt»

Dabei profitieren die Schweizer von dem einzigartigen Wissens-Netzwerk der Sakret-Unternehmen in Europa, um spezielle Lösungen, rasche Konzepte und ausgewiesene Qualität zu entwickeln. «Ob im Grosshandel, im Gartenbau, im Do-it-yourself-Bereich oder im klassischen Spezialtiefbau – heute agieren wir als eine Art Schnellboot auf dem Markt», sagt Markus Kuhn. «So können wir immer dort sein, wo wir Chancen erkennen.» Auch als Lösungsanbieter bei besonderen Problemen sind die Solothurner gefragt. Im eigenen Labor kann der Werkstoffhersteller nicht nur die Qualität seiner Produkte kontrollieren, sondern auch neue Rezepturen testen. «Die Bauunternehmen in der Schweiz wissen, dass sie bei uns Produkte in höchster Qualität erhalten», betont Kuhn. (mks)

Von morgen Mittwoch, 24. Oktober, mittags bis Freitag, 26. Oktober, mittags bleibt die Firma aufgrund der Feierlichkeiten geschlossen.