Bürenstrasse
Diese Radarfalle schlägt alle Solothurner Rekorde

Einen zweifelhaften Rekord hält die Radaranlage an der Bürenstrasse: Kantonsweit blitzt es innerorts nirgends so oft wie hier. Im vergangenen Jahr waren es ganze 6530 mal.

Andreas Kaufmann
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Der «Blechpolizist» an der Bürenstrasse hat nie Pause.

Der «Blechpolizist» an der Bürenstrasse hat nie Pause.

Wolfgang Wagmann

Viele kommen ihr vor die Linse, ohne dass sie dabei sonderlich erfreut sein dürften: der Radaranlage an der Bürenstrasse. Unter den innerorts installierten Geschwindigkeitskontrollen blitzt es nirgends im ganzen Kanton Solothurn so häufig wie hier im Glacismattquartier: 6530 registrierte Automobilisten waren es im 2015 und gar 7296 im Vorjahr, die mit erhöhter Geschwindigkeit hier durchfuhren.

Nicht erfasst sind dabei die aufgeschlüsselten Kantonszugehörigkeiten der einzelnen Autos, was aber darüber Aufschluss geben könnte, ob vor allem Auswärtige oder auch Ortskundige von diesem Blitzer überrascht werden.

Den zweifelhaften Rekord hält die Anlage Bürenstrasse übrigens mit grossem Vorsprung: Die Anlage innerorts, die kantonsweit am zweitmeisten Temposünder im Bild festhält, befindet sich in Olten an der Solothurnstrasse. Doch an diesem Standort tappen in beiden Fahrrichtungen «nur» rund 1500 Automobilisten jährlich in die Falle.

Auf Stadtsolothurner Boden wurden 2015 525 Fahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit an der Bielstrasse registriert – gegenüber 987 im Vorjahr. Und am Standort Werkhofstrasse, zu dem auch der Standort Konzertsaal zählt, waren es im vergangenen Jahr deren 218, während 2014 lediglich 82 Autos gemessen wurden, die zu schnell waren. Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei, mutmasst, dass der Rückgang an der Bielstrasse mit der Betriebszeit zur Schulwegsicherung fürs «Hermesbühl»-Schulhaus erklärt werden könnte.

Insgesamt mit dem Standort Wildbach betreibt die Stadtpolizei vier Standorte mit zwei Kameras, die alternierend zum Einsatz kommen. An der Bürenstrasse wird in zwei Fahrtrichtungen gemessen, an den übrigen Standorten werden sowohl überfahrene Rotlichter als auch Geschwindigkeitsübertretungen registriert. Die meisten Anzeigen wegen überhöhten Tempos ab 15 km/h gehen laut Fedeli übrigens auf Blaulicht-Fahrzeuge zurück. Weitere Messungen nimmt die Stadtpolizei mit mobilen Anlagen vor – vorwiegend in Tempo-30-Zonen.

Stattliche Bussenausschüttung

418 638 Franken Bussen wurden auf Stadtgebiet 2014 eingenommen, ein Jahr später waren es lediglich 378 137 Franken. Dies gibt auf Nachfrage die Kantonspolizei Solothurn bekannt.

Zum Vergleich: Im ganzen Kanton Solothurn betrugen 2015 Einnahmen durch die Ordnungsbussen knapp 23 Mio. Franken. Demgegenüber mutet der jährliche Unterhaltsaufwand für die städtischen Anlagen gerade mal bescheiden an. Er beläuft sich auf einen Betrag von 10 000 Franken.

Dazu gehört auch, dass die Anlage fachmännisch geeicht wird. Mit Vandalismus sei man bei den Anlagen, die dem Kanton gehören, übrigens bislang kaum konfrontiert worden, informiert Fedeli: «aber ab und zu findet sich ein Kleber auf der Kamera...»

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