Solothurner Filmtage

Diese cineastischen «Amuses-bouche» machen Lust auf mehr

Schon am Mittwochabend wurde das Publikum mit sechs Kurzfilmen auf anderthalb Wochen Schweizer Filme eingestimmt.

Bereits zum dritten Mal stimmten die Verantwortlichen der Solothurner Filmtage am Vorabend der offiziellen Eröffnung mit einer «Projection spéciale» besonders das regionale Film-Publikum auf die Festivalwoche ein. Dieses Jahr sollten gleich sechs Kurzfilme den Appetit aufs kommende Programm anregen. Deren junge Regisseurinnen und Regisseure, sowie die Schauspieler Aaron Hitz und Dimitri Stapfer waren mit dabei, und konnten die Reaktionen des Publikums gleich miterleben.

Schon der eingangs gezeigte neue Filmtage-Werbeclip von Bettina Oberli sorgte für einen grossen Publikums-Lacher. «Gang doch zersch mou uf Solothurn», meint da die kleine Protagonistin zu ihrem Kindergarten-Kamerad, der sich und seine Filmvorhaben schon in «Wollyhood» sieht. Zuerst mal nach Solothurn zog es denn auch die jungen Filmschaffenden, deren sechs Kurzfilme für dieses cineastische «Amuse bouche» ausgesucht hatte.

Kritische und humorvolle Filme

Zunächst aber begrüsste die Direktorin der Solothurner Filmtage, Seraina Rohrer, das treue Publikum, welches die Reithalle um rund Dreiviertel gefüllt hatte. Es setzte sich zu einem grossen Teil aus Mitgliedern des Vereins Solothurner Filmtage zusammen. Rohrer machte darauf aufmerksam, dass es vorwiegend die jungen Filmschaffenden seien, die sich mit der Zukunft unserer Gesellschaft und unseres Landes künstlerisch auseinandersetzten. «Sie tun das kritisch, oft aber auch sehr humorvoll», sagte sie.

Ganz klar sei: «Sie machen sich vor allem Sorgen um unsere Umwelt.» Kurz ging Rohrer dann auch noch auf die Filme des Wettbewerbs «Prix de Soleure» ein. Es seien wiederum besondere Filme, in denen sich die Frage nach den Werten in unserer Gesellschaft stelle. Die Trailer der nominierten Streifen bewiesen dies. Die diesjährige Prix de Soleure-Jury ist besetzt mit: Chantal Akerman, belgische Regisseurin; Lukas Bärfuss, Schriftsteller; Güzin Kar, Drehbuchautorin und Jean Ziegler, Vizepräsident des beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats.

Die sechs Kurzfilme

Dann begann die Projektion des Kurzfilme. Dem Bienensterben nahm sich der Animationsfilm «Vigia» von Marcel Barelli an; ums Warnen vor der zerstörerischen Kraft des Niesens ging es bei «Lothar» von Luca Zuberbühler (mit Aaron Hitz); «I de Schwiiz», ist ein Schweiz-kritischer Musik-Clip von Ciril Schäublin; um die Eigenheiten beim Altglas-Sammeln geht es bei «Color Separation» von Yoav Parish; ums Schliessen von Freundschaften bei Autostopp in «Innerorts» von Steven Vit, Cyril Ziffermayer, Lukas Gut und Roman Hodel; um die Träume der liebenswerten Kioskfrau Olga in «The Kiosk» von Anete Melece.

Am Donnerstagabend werden die 49. Solothurner Filmtage mit dem Film «Akte Grüninger» von Alain Gsponer offiziell eröffnet; sie dauern bis zum 30. Januar.

Meistgesehen

Artboard 1