Das Konfetti – ein kleines Ding mit grosser Breitenwirkung, auch an der Solothurner Fasnacht. Legendär die Konfettischlachten der Fünfzigerjahre in der Hauptgasse. Und einer der emotionalsten Momente überhaupt ist immer der, wenn die Werkhof-Putzmaschinen am frühen Aschermittwochmorgen die angesammelten Konfetti-Massen in den Gassen und auf den Plätzen rübis und stübis wegsaugen – die Fasnacht hat wieder einmal ihre Zeit gehabt.

Eine Szene, die Bruno Walter und Rolf Imbach auf einer Doppelseite ihres neuen Kinder-Fasnachtsbuchs «Konfetti, git’s e ganzi Schwetti» exemplarisch aufgearbeitet haben.

Auf Waikikis Spuren

Texter Walter und Illustrator Imbach hatten schon 1993 die fasnächtliche Kinderwelt mit einem Bildband erobert: Damals flog der Vogel Waikiki vom echten ins närrische Honolulu und erlebte dort eine wundervolle, erlebnisreiche Zeit. «Das ist 25 Jahre her. Seither gibt es kein Fasnachtsbilderbuch mehr. Denn der Waikiki-Band ist längst vergriffen», weiss Renate Engesser vom Buchhaus Lüthy, die sich um das Lektorat des neuen Buchs gekümmert hatte und nun durch die Vernissage im Alten Spital führte.

Die Konfetti. Ein Thema, das immer wieder die Narren beflügelt und inspiriert, wenn es um es um den Abgesang auf die Fasnacht am Aschermittwoch geht. So widmete auch der damalige Honolulu-Narr Bruno Walter seinen «Äschermotthuffe-Song» 1988 den kleinen Spassmachern, und zwar in fünf Farben: «Konfetti git’s e ganzi Schwetti. Roti, grüeni, gäli, schwarzi, vigoletti.» So fängt auch das Konfetti-Lied zuletzt im neuen Bildband an, die zweite Hälfte lautet dann: «Föif Konfetti reise gopelletti quer dur d’ Fasnacht hüür, vom Chessle bis zum Füür.» Ein Gassenhauer, zu dem die Pianistin Marlis Walter die Noten geschrieben hatte, und der prompt von der zahlreich erschienenen Vernissage-Gastig mit der Hilarimusig und den Ex-Elisi angestimmt und einstudiert wurde.

Die Schnitzelbänklerinnen agierten zur Auflockerung zu sechst (!) verkleidet als fünf Konfetti und betteten diese gekonnt in ihren früheren Standartsong «No Problem!» ein. Sie nahmen einige Details des neuen Bilderbuchs auf die Schippe und hinterfragten den Inhalt beispielsweise mit: «Wär das glaubt, dä ich e Tor, vo däm wo drin stoht isch nur d’ Höufti wohr.»

Ein bisschen «bschisse» hatte Bruno Walter schon, räumte er ein: Der Originaltext des damaligen Lieds konnte nicht ganz so übernommen werden, sondern musste angepasst werden. Könne man doch beim Singen das eine oder andere «ine bschisse». Nun, das kreative Duo hatte sich zwei Jahre lang mit der Idee auseinandergesetzt und «im letzten September gaben wir dann den Startschuss», so Walter.

Fasnächtlicher Tour d’ Horizon

Für die «Eyecatcher» zeichnete natürlich Rolf Imbach mit seinem bekannten, schwungvollen Strich verantwortlichen. Und so ziehen seine farbenfrohen Fasnachtsfiguren über 25 Seiten hinweg durch das honolulesische Fasnachtgewimmel, ständig begleitet durch die ominösen Konfetti.

An der Chesslete noch schön säuberlich abgepackt, entweichen sie erstmals an der Strassenfasnacht des Schmutzigen Donnerstags dem Schlitz im Sack, toben sich aus in der Konfettischlacht. Sie begleiten die Elisi auf der Schnitzelbank-Tour, die Narren am Umzug, die Musigen an der Monschterguggerete und auch die demaskierten Narren am Zapfenstreich. Bis dann, ja bis dann die bunten Dinger alle unweigerlich die Saugmaschine verschlingt, bevor der Böögg wieder brennt.

«Konfetti» ist erhältlich beim Buchhaus Lüthy, Gurzelngasse 17, Cherze Jeger, Hauptgasse 36, Chuchilade, Hauptgasse 62, Bruno Walter Architekten + Planer AG, Unterer Winkel 2. Bestellungen sind möglich unter www.edition-konfetti.ch Edition Konfetti Walter, Unterer Winkel 13, Solothurn